Vettel bleibt keine Zeit zum Feiern
zuletzt aktualisiert: 11.10.2011 - 02:30Yokohama (sid/dapd). Nur die Stimme war ein bisschen angeschlagen, zu oft hatte Sebastian Vettel auf seiner bis 5 Uhr dauernden Weltmeister-Party gemeinsam mit Red-Bull-Teamchef Christian Horner "My Way" und "Yellow Submarine" angestimmt. Nach einer ganz kleinen Mütze voll Schlaf und einer 350 Kilometer langen Fahrt nach Yokohama stand der alte und neue Formel-1-Weltmeister gestern schon wieder auf der Bühne und zeigte während des Werksbesuch bei Teamsponsor Infiniti (Nissan) in Yokohama, wo derzeit ein nach ihm benanntes Sondermodell gebaut wird, sein schönstes Lächeln.
"Gestern Nacht haben wir es ein bisschen fliegen lassen, aber ich denke, das ist in Ordnung. Zu viel davon können wir uns aber nicht erlauben, denn es geht in dieser Woche noch direkt weiter nach Korea", sagte Vettel, der sich kaum Zeit zum Luftholen gönnt. Erst heute nimmt sich der 24-Jährige dann einen Tag Auszeit in Tokio, wo er bestimmt wieder Schallplattenläden nach Vinyl-Raritäten durchforstet. Heute fliegt er weiter nach Südkorea, wo am Sonntag ( 8 Uhr MESZ) die nächste sportliche Aufgabe wartet. "Wir haben noch vier Rennen, in denen wir das Beste geben und um Siege kämpfen wollen", sagte Vettel. Das mache süchtig. "Nichts anderes gibt mir so eine Genugtuung. Deshalb will man auch nicht, dass es aufhört", ergänzte der Champion. Bestens gelaunt schrieb er Autogramme und stand den zahlreichen Fans geduldig Rede und Antwort.
Der siebenmalige Weltmeister Michael Schumacher, ein enger Freund von Vettel, hatte kurz bei dessen Siegesparty vorbeigeschaut, was für den jungen Nachfolger durchaus etwas Besonderes war, "mit meinem Helden aus meiner Kindheit anzustoßen". Ansonsten ließ es der alte und neue Weltmeister mit seiner Familie, ein paar engen Freunden und Teammitgliedern krachen.
Für Red-Bull-Teambesitzer Dietrich Mateschitz ist Vettels zweiter Titel Geld wert. "Wir hatten schon ein geringeres Nettobudget als 2010. Nun kamen weitere Sponsoren hinzu, und durch die noch größeren Erfolge gibt es mehr Prämien", erklärte der Österreicher. Hatte der Milliardär den überraschenden ersten Coup von Vettel beim Finale in Abu Dhabi noch live erlebt, so verfolgte er diesmal das Rennen auf einer Almhütte in seiner Heimat. In diesem Jahr wird der Etat des erfolgreichsten Formel-1-Teams auf 220 Millionen Euro geschätzt.
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