Mönchengladbach: Ter Stegen ist Gladbachs großer Rückhalt
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 23.05.2011 - 02:30Mönchengladbach (RP). Marc-André ter Stegen hat einen klaren Plan für das zweite Relegationsspiel seiner Borussen in Bochum am Mittwoch. Er will kein Gegentor zulassen. "Ich gehe immer ins Spiel, um die Null zu halten", sagt der 19-jährige. Für einen Torwart ist dieser Ansatz nicht ungewöhnlich, es ist schließlich der wesentliche Aufgabenbereich eines Toreverhinderers, möglichst alle Treffer zu verhindern.
Nur meint es mancher ernster als andere. Ter Stegen hat sechs Bundesligaspiele und ein Relegationsspiel gemacht, in vier der sieben Partien gab es kein Gegentor. Ist es auch in Bochum so, dann bleibt Borussia, die im Hinspiel 1:0 siegte, auf jeden Fall erstklassig. Wenn es so kommt, ist ter Stegen, das Eigengewächs, einer der Hauptdarsteller der wundersamen Rettungsgeschichte. Seine Quote gehaltener Bälle liegt über 80 Prozent.
Selbst ein Elfmeterschießen, das ein 1:0-Sieg des VfL Bochum nach Verlängerung bringen würde, ist nichts, was ter Stegen beeindrucken könnte. "Wenn wir im Elfmeterschießen waren, haben wir immer gesagt, unser Torwart ist so gut, der hält einen mehr als der andere", sagt Borussias Nachwuchsdirektor Roland Virkus, der ter Stegen in der Jugend lange trainierte. In fast 90 Prozent der Fälle sei es so gewesen, erinnert sich Virkus. "Marc macht es den Schützen sehr schwer. Er bleibt ganz ruhig, bewegt sich erst ganz spät", sagt er. Cheftrainer Lucien Favre weiß, was er an seinem jungen Torwart hat: "Er ist einfach gut." Das dürfte für alle fußballerischen Lebenslagen gelten.
Ter Stegens eigener Anspruch indes lässt eigentlich keinen Raum für die Option Elfmeterschießen. "Wir gewinnen beide Spiele, dann ist alles gut", sagte der Torwart vor dem ersten Abstiegsfinale. Teil eins seines Plans ist aufgegangen. Dass es auch mit Teil zwei etwas wird, hat er unter anderem selbst in der Hand.
Allerdings: Die schöne Geschichte des jungen Marc-André ter Stegen, der ausgezogen ist, Borussia in der Bundesliga zu halten, kann auch noch ein unschönes Ende haben. "Ich bin optimistisch, aber noch ist alles möglich", sagt Lucien Favre warnend.
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