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Tennis: Petkovic behält diesmal die Nerven

VON ULRIKE WEINRICH - zuletzt aktualisiert: 02.09.2010 - 02:30

New York (sid) Nur einen Steinwurf voneinander entfernt und fast zeitgleich fiel den deutschen Tennishoffnungen die tonnenschwere Last nach ihren Auftaktsiegen bei den US Open in New York von den Schultern. Während Andrea Petkovic (22) viele knappe Niederlagen kassiert hatte und schon fast ein Nervenbündel war, musste die ehemalige Wimbledon-Viertelfinalistin Sabine Lisicki wegen einer Knöchelverletzung viereinhalb Monate pausieren. "Ich hatte noch nie so lange ausgesetzt und noch nie einen Gips. Ich musste wieder bei Null anfangen, weil mein linkes Bein nicht mehr existiert hat", sagte die 20-Jährige nach dem 6:1, 6:0 gegen Coco Vandeweghe (USA).

Petkovic behielt erstmals seit langem auch gegen eine Topspielerin die Nerven und überraschte beim 6:2, 4:6 (nach 4:2), 7:6 (7:4) gegen Nadja Petrowa (Russland), Nr. 16 der Weltrangliste. "Ich habe aus den letzten Vorkommnissen gelernt", sagte die Darmstädterin, die Ende Mai bei den French Open in Paris vier Matchbälle gegen Titelverteidigerin Swetlana Kusnezowa (Russland) vergeben hatte.

Weil Stillstand für die Einser-Abiturientin aber Rückschritt ist, will sie weiter an Variation und Taktik feilen. "Außerdem muss ich auch noch diese Frechheit kriegen", sagte Petkovic mit Blick auf Petrowa. Die French-Open-Viertelfinalistin hatte sich im zweiten Satz minutenlang behandeln lassen und brachte Petkovic auch danach mit mehreren Unterbrechungen immer mal wieder aus dem Konzept. "Aber ich habe den Gedanken ans Verlieren weggeschoben. Das konnte ich in Paris noch nicht", sagte "Petko", die gegen Bethanie Mattek-Sands (USA) nun die Favoritin ist.

Lisicki ist gegen Wimbledon-Finalistin Wera Swonarewa aus Russland nur Außenseiterin, doch als kleine Siegerin darf sie sich jetzt schon fühlen. Nachdem sie die ersten beiden Matches nach ihrem Comeback verloren hatte, erinnerte der Auftritt an die "alte Lisicki", die auf Platz 22 der Weltrangliste stand. "Ich bin fitter, bewege mich besser und habe meine Lehren gezogen", sagt die Berlinerin mit Blick auf ihre dicken Knöchelbandagen.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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