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Teamarbeit fast in Vollendung

zuletzt aktualisiert: 05.07.2010 - 02:30

Wir haben ein großes Fußballfest erlebt. Was die deutsche Mannschaft gegen Argentinien auf den Rasen gezaubert hat, war erstklassig. Sie hat von Anfang an richtig gespielt, ihr Pass-Spiel durchgezogen und dem Gegner demonstriert, dass sie besser kombinieren kann. Die Mannschaft hat zusammen gearbeitet, jeder hat für seinen Nebenmann gekämpft, Messi wurde aus dem Spiel genommen.

Diese Mannschaft hat uns einen zauberhaften Tag beschert – nicht zum ersten Mal. Und zu unserem Glück auch nicht zum letzten Mal. Jeder Fußballfreund freut sich darüber, dass wir noch zwei Spiele dieser Mannschaft sehen werden, die schon jetzt alle Erwartungen übertroffen hat.

Sie spielt in höchster taktischer Disziplin, mit einem unglaublichen Tempo, mit Präzision und einem Torabschluss, wie wir ihn vielleicht noch nie erlebt haben. Deshalb ist es überhaupt nicht vermessen, von einer Revanche für das mit 0:1 verlorene Endspiel der Europameisterschaft 2008 gegen Spanien zu träumen. In dieser Verfassung kann unser Team noch viel mehr erreichen. Und wenn es sich im Halbfinale auch noch durchsetzt, wird der Sonntag zum Feiertag erklärt.

Es ist ganz schwer, aus dieser Mannschaft, die gegen Argentinien durch die Bank eine Weltklasse-Vorstellung abgeliefert hat, einen herauszuheben. Aber Bastian Schweinsteiger hat das verdient. Er war wichtig im Spiel gegen Messi, der kaum zu sehen war, er hat die Aktionen nach vorn geführt, und er hat das Tor von Arne Friedrich mustergültig vorbereitet.

Alle anderen fielen allerdings kaum ab. Das war Teamarbeit fast in Vollendung. Dass die Argentinier kurz nach der Pause aufkamen, ist nicht zu verhindern. Eine Mannschaft mit so viel offensiver Qualität kann man nicht über 90 Minuten völlig ausschalten. Hundertprozentige Chancen ergaben sich dennoch nicht. Und unsere Elf war nicht nur in der Lage, das hohe Tempo mitzugehen, sie hat sogar noch mal zugelegt. Die Konter waren vom Feinsten.

Das verspricht viel für die Begegnung mit Spanien. Der Europameister hatte seine Mühe mit dem abwehrstarken Team aus Paraguay. Gegen Deutschland werden die Spanier anders spielen können, das wird sicher offener. Schade, dass Thomas Müller fürs Halbfinale gesperrt ist. Aber so wie die Mannschaft in Schwung ist, wird sie diesen Nachteil mit Zusammenarbeit ausgleichen.

Unser Kolumnist wurde als Spieler 1974 Weltmeister und betreute als Trainer-Assistent von Berti Vogts die Nationalmannschaft. Bonhof (58) spielte in der Bundesliga für Borussia Mönchengladbach, 1. FC Köln und Hertha BSC Berlin, in Spanien für den FC Valencia. Er gewann Deutsche Meistertitel, den DFB-Pokal, den spanischen Pokal und den Europapokal der Pokalsieger.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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