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Mönchengladbach: Stuttgart bremst Gladbach aus

VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 15.08.2011 - 02:30

Mönchengladbach (RP). Nach dem 1:1 bemängelte Borussias Trainer Favre das Offensivspiel seiner Mannschaft. Trotz Führung musste das Heimteam nach dem Ausgleich und einem Platzverweis um den Punkt zittern.

Torsten Knippertz war nicht so ganz einverstanden mit dem, was er gesehen hatte. "Keine Tore sind doch auch keine Lösung", sagte der Mönchengladbacher Stadionsprecher nach der ersten Halbzeit des Spiels der heimischen Borussia gegen den VfB Stuttgart. Knippertz' Wunsch wurde nach dem Seitenwechsel erhört – doch weil beide Team je einmal trafen, verpasste Gladbach den besten Saisonstart seit 16 Jahren.

Die Gäste aus Stuttgart haben Borussia nach der Euphorie in München spielerisch wieder dort eingeordnet, wo die Mannschaft von Trainer Lucien Favre realistisch auch hingehört: ins Mittelmaß. "Die hatten so viel Qualität", sagte der Schweizer über die Schwaben. Qualität, mit der die Heimmannschaft so ihre liebe Mühe hatte. Kaum einmal durchbrachen die Gladbacher die gut gestaffelte Abwehr der Schwaben.

"Wir haben von vorne nach hinten gespielt. Aber nicht zur Seite", sagte Favre, der zur Erklärung seiner Ausführungen wild auf seinem Notizblock herummalte. Heraus kam ein wirres Gekritzel – das Borussias Trainer nach kurzer Betrachtung wieder auf den Tisch warf. "Wir spielten zu kompliziert", sagte er dann. "Außen kannst du atmen. Im Zentrum hatten wir zu viele Ballverluste – und waren dann völlig offen."

Dazu trug Borussias "Doppelsechs" maßgeblich bei. Weil Havard Nordtveit und Roman Neustädter viele Fehlpässe spielten, geriet die Hintermannschaft regelmäßig in Bedrängnis. "Sie standen zu sehr unter Druck", räumte Favre ein. An seinem favorisierten Spielsystem mit einem flachen Vierer-Mittelfeld hält er jedoch fest. "Ich habe nach dem Ausfall von Igor de Camargo überlegt, auf einen Stürmer umzustellen. Aber es bringt nicht viel momentan."

Auch weil bei Borussia ein möglicher Spielgestalter im Mittelfeld nicht vorhanden ist. So hielt sich Gladbach zwar über den Kampf in der ansehnlichen Partie, spielerisch hatte es Stuttgart – erst recht ohne de Camargo – nur wenig entgegenzusetzen. "Ich habe nur wenig Kombinationen bei uns gesehen", räumte auch Marco Reus ein. So hatte Borussia im ersten Abschnitt genau zwei Chancen: In der zweiten Minute, als Reus einen Heber knapp neben das Tor setzte. Kurz vor der Pause schoss der 21-Jährige knapp vorbei.

Stuttgart hatte mehr vom Spiel. Und die besseren Gelegenheiten. Doch das erste Tor erzielte Borussia – wenn auch etwas glücklich. William Kvist schubste Reus im Strafraum, Schiedsrichter Manuel Gräfe zeigte auf den Punkt. "Kann man so machen", sagte Reus hinterher. "Aber wenn nicht, dann nicht." Die Freude über den Führungstreffer durch Filip Daems währte sowieso nur vier Minuten. Nachdem Mike Hanke an der Seitenlinie einen der von Favre so verabscheuten Ballverluste produzierte, grätschte Cacau, der sein 250. Bundesligaspiel bestritt, am Ende einer schönen Kombination den Ball ins Tor. "Das ist sehr ärgerlich, gerade wenn du vorher geführt hast", sagte Torhüter Marc-André ter Stegen. "Verdient war es allerdings schon." Erst recht nach dem Platzverweis gegen Roel Brouwers kurz vor Schluss. Borussia blieb nur noch, das Ergebnis über die Zeit zu retten.

Trainer Favre wiederholte nach der Partie gebetsmühlenartig, wie "enorm schwer" die Saison werden würde. "Ich bin positiv, aber nicht hyperzufrieden", sagte er. "Wir haben noch viel zu verbessern."

Quelle: RP


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