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Mönchengladbach: Stranzl räumt bei Gladbach auf

VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 06.05.2011 - 02:30

Mönchengladbach (RP). Es war eine spontane Geschichte. Martin Stranzl und einige andere Borussen verabredeten sich zum Grillabend. "Es lief Champions League, das Wetter war gut, es passte einfach", sagt der Österreicher. Eine nette Zeit hatten die Fußballer, so etwas schweißt zusammen, gerade im Abstiegskampf. Es wurde viel geredet, auch über den Job. Und das gemeinsame Ziel, den Klassenerhalt. Den wollen Stranzl und seine Gladbacher schaffen. Die Chance ist zwei Spieltage vor Schluss besser, als es viele erwartet hatten: Borussia ist Tabellen-17. und könnte bei optimalem Verlauf des Spieltages auf den Relegationsrang klettern.

Zuletzt gab es zwei 1:0-Siege gegen Dortmund und in Hannover. "Das war gut", sagt Stranzl. "Aber wir haben noch nichts erreicht." Das ist das Gemeine am Abstiegskampf: Borussias Tendenz ist deutlich absteigend, doch wenn nicht die letzten beiden Partien, eben die gegen Freiburg und dann beim Hamburger SV, gewonnen werden, dann wird es nichts mit einem guten Ende der "Mission impossible".

Stranzl, 30 Jahre alt und 1,90 Meter lang, ist einer, der für den Aufschwung in Mönchengladbach steht. Im Winter ist er von Spartak Moskau gekommen, "um uns da zu helfen, wo wir die größten Probleme hatten", wie Sportdirektor Max Eberl sagt. "Martin hat viel Erfahrung, er kennt die Bundesliga und hat sich sofort integriert", sagt Eberl. Stranzl hat den Respekt der Kollegen. "Als Mensch hat er Ausstrahlung und Präsenz, als Fußballer Präsenz und Ausstrahlung", sagt Trainer Lucien Favre.

Vor allem aber macht Stranzl einen richtig guten Job, zunächst an der Seite von Dante, zuletzt zusammen mit Roel Brouwers, der wohl auch morgen gegen Freiburg sein Nebenmann sein wird. 47 Gegentore bekam Borussia in den ersten 17 Saisonspielen, in den 15 Begegnungen, in denen Stranzl dabei war, gab es nur 17. Nun ist Stranzl keiner, der diese positive Entwicklung für sich allein reklamieren würde. "Ich sehe das als Gesamtes. Die Verteidigung fängt bei den Stürmern an – und umgekehrt die Offensive bei den Verteidigern." Das Team funktioniert in sich einfach besser. Auch dank der akribischen Arbeit von Trainer Lucien Favre, der den Spielern im Training immer gleich sagt, was schief läuft. "Es ist sicherlich so, dass wir einige Spieler im Team haben, denen man sagen muss, wie sie laufen müssen", sagt Stranzl.

Er selbst spricht auch viel, im Training und im Spiel. "Sich blind auf den anderen zu verlassen, ist gefährlich. Man muss viel miteinander reden auf dem Platz", sagt Stranzl. Die neue Gesprächskultur bei Borussia ist ein Mosaikstein des Trends, der die Hoffnung reanimierte. Stranzl ist ein wichtiger Kommunikator. Und eben ein umsichtiger und resoluter Verteidiger, und als solcher räumt er bei Borussia auf. 155 Bundesligaspiele und fünf Jahre in Moskau inklusive Champions League – das ist die Erfahrung, die Stranzl mitbringt.

Darum weiß er, dass es gefährlich wäre, zu denken, dass es für Freiburg um nichts mehr geht und das Spiel daher einfach so gewonnen werden kann. "Das wäre fahrlässig", warnt Stranzl. All das Gegrummel rund um Borussia, die politischen Ambitionen Stefan Effenbergs und seiner Initiative, das "ist mir egal, wir müssen unsere Arbeit auf dem Platz machen", sagt Stranzl. Er hat längst erklärt, auch bei einem Abstieg in Gladbach zu bleiben. Damit ist er definitiv eine der zentralen Figuren für das Team der nächsten Saison. In der laufenden Spielzeit will Stranzl mit seinen Kollegen dafür sorgen, dass Borussia erstklassig bleibt: "Ein Verein wie Borussia gehört einfach in die Bundesliga."

Quelle: RP


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