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Sportgericht sperrt Radprofi Contador für zwei Jahre

VON STEFAN BARTELS - zuletzt aktualisiert: 07.02.2012 - 02:30

Lausanne/Düsseldorf Für den spanischen Radprofi Alberto Contador ist die Saison 2012 beendet, bevor sie richtig begonnen hat. Der Internationale Sportgerichtshof Cas hat Contador gestern wegen einer positiven Dopingprobe bei der Tour de France im Sommer 2010 für zwei Jahre gesperrt. Er darf erst am 6. August wieder starten, also nach der Tour de France (2. bis 4. Juli) und den Radrennen bei den Olympischen Spielen in London (27. Juli bis 12. August). Dem 29-Jährigen werden unter anderem die Siege bei der Tour 2010 und dem Giro d'Italia im vergangenen Jahr aberkannt. Auch finanziell hat das Urteil für Contador Konsequenzen: Preisgelder wird er wohl zurückzahlen müssen. Der Cas prüft zudem, ob der Spanier eine Geldstrafe von mindestens 2,4 Millionen Euro erhält.

Contador war im Juli 2010 positiv auf den Wirkstoff Clenbuterol getestet worden, der auch zur Kälbermast eingesetzt wird. Eine vorläufige Sperre hob der spanische Radsportverband RFEC zu Beginn des Jahres 2011 auf, woraufhin die UCI und die Welt-Anti-Doping-Behörde WADA beim Cas Einspruch einlegten. Contador bestritt, gedopt zu haben, begründete den positiven Befund mit dem Verzehr eines verunreinigten Steaks.

Dieser Darstellung schenkte der Cas keinen Glauben. Es hätte keinen Beweis für eine Fleisch-Kontamination gegeben, zumal Clenbuterol in Spanien nicht zur Mast eingesetzt werde, hieß es in der Urteilsbegründung.

Der Präsident des internationalen Radsportverbandes UCI, Pat McQuaid, sprach von "einem traurigen Tag für unseren Sport". Genugtuung spüre er nicht: "Manche werden von einem Sieg reden, aber das ist nicht der Fall. Es gibt beim Thema Doping keine Gewinner." Jeder Fall sei ein Fall zu viel. Ähnlich äußerte sich Andy Schleck, der als Tour-Zweiter 2010 wohl nachträglich zum Sieger erklärt wird. "Es gibt keinen Grund, glücklich zu sein. Alberto tut mir leid", sagte der Luxemburger. Sein Ziel sei es, die Tour de France auf der Straße zu gewinnen, nicht vor Gericht.

In Spanien traf das Urteil auf Enttäuschung und Wut. RFEC-Präsident Juan Carlos Castaño hatte eine "positivere Entscheidung" erwartet. Carlos Sastre, Tour-Sieger von 2008, kritisierte: "Man kann einen Profi nicht zu einer Sperre verurteilen, wenn ihm kein Doping nachzuweisen ist." Der fünfmalige Champion Miguel Indurain sprach sogar von einer "Schweinerei".

Contador kann binnen 30 Tagen Einspruch bei einem ordentlichen Gericht einlegen. Er will sich heute öffentlich zu dem Urteil äußern. Sein Bruder und Manager Francisco sagte im Radio, dass der Radstar nicht an einen Rücktritt denke.

Quelle: RP


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