Sicherheit bleibt ein Dauerthema bei der WM
VON JÖRG MEBUS - zuletzt aktualisiert: 11.06.2010 - 02:30Johannesburg (sid) Die ersten Horror-Meldungen ließen nicht lange auf sich warten. Ein Busunfall mit zwei getöteten englischen Touristen und 21 Verletzte, bewaffnete Überfälle auf Journalisten aus Spanien, Portugal und China sowie der Einbruch in das griechische Mannschaftshotel zeigten erneut, dass die Warnungen im Vorfeld der Weltmeisteschaft in Südafrika nicht bloße Panikmache war. Das Thema Sicherheit stellt die größte Bedrohung der ersten WM auf dem "Schwarzen Kontinent" dar.
Mit dem Raubmord am früheren österreichischen Fußball-Profi Peter Burgstaller am Rande der Auslosung der Qualifikationsgruppen in Durban im November 2007 fing alles an. Seitdem schürte nicht nur die Statistik von im Schnitt landesweit 50 Morden pro Tag weltweit die Angst. Im April sorgte der Mord am Rechtsextremisten Eugene Terreblanche für Befürchtungen, noch während der WM könne es zu Rassenunruhen kommen. Das Terrornetzwerk Al-Kaida, so hieß es Mitte Mai, habe ein Auge auf die WM geworfen. Der Terroranschlag auf den Bus der togoischen Nationalmannschaft vor dem Afrika-Cup im Januar erhöhte den Druck auf Südafrika. Die Massenpanik beim Testspiel Nigeria gegen Nordkorea am Sonntag bewies, dass nicht nur gewaltbereite Fans ein beträchtliches Sicherheitsrisiko darstellen können.
Fifa-Präsident Joseph S. Blatter hält dagegen: "Niemand muss zweifeln. Viele vertrauen Südafrika nicht, aber die Sicherheit der WM-Besucher ist gewährleistet. Es ist einfach völlig falsch zu sagen, dass Südafrika zu gefährlich sei, wenn jedes Jahr elf Millionen Touristen gerne in dieses Land fahren." Auch "Kaiser" Franz Beckenbauer gibt sich entspannt. "Man muss sich in Südafrika an bestimmte Regeln halten und sollte natürlich nie alleine losziehen. Das ist ja bekannt. Aber wenn man sich in Gruppen aufhält, passiert meistens nichts", sagte Beckenbauer. Südafrikas Polizeichef Bheki Cele erklärt: "Es gibt Gegenden, die gemieden werden sollten, zum Beispiel die Townships und die Rotlichtbezirke der großen Städte." Die Fans sollen deshalb offizielle "Korridore" gar nicht erst verlassen und auf dem Weg zwischen Stadion und Hotels lückenlos von der Polizei eskortiert werden. Dabei scheint die Polizei selbst Teil des Problems. Korruption ist ein bekanntes, aber ungelöstes Übel.
Südafrika hat, finanziell und logistisch unterstützt von der Fifa und den Teilnehmerländern, beträchtliche Anstrengungen unternommen, um die WM sicher zu machen. 41 000 Polizisten sollen in den neun Spielorten vor allem die erwarteten 350 000 ausländischen WM-Touristen beschützen. Ursprünglich hatten die Organisatoren mit einer knappen halben Million Besuchern gerechnet.
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