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Schumi, der neue Mercedes-Stern

VON ECKHARD CZEKALLA - zuletzt aktualisiert: 24.12.2009 - 02:30

1239 Tage nach seinem Rücktritt gehört der dann 41 Jahre alte Kerpener wieder zum Rennzirkus. Am 14. März beginnt in Bahrain das erste Kräftemessen der aktuellen Fahrer-Generation mit dem Renn-Opa. Teamkollege Rosberg steht nun unter besonderer Beachtung.

Als sich Michael Schumacher am 22. Oktober 2006 aus der Formel-1 verabschiedete, fühlte er sich ausgebrannt, leer, ohne Ziele, die ihn noch gereizt hätten. Am 14. März wird der Kerpener, dann 41 Jahre alt, beim WM-Auftakt in Bahrain für Mercedes GP in den Rennzirkus zurückkehren.

Was wurde vereinbart?

Geplant ist, dass Schumacher drei Jahre im Silberpfeil sitzt und danach als Markenbotschafter bleibt. Angeblich kassiert der Rückkehrer sieben Millionen Euro pro Jahr.

Warum Mercedes?

Nach 1955 haben die Schwaben, die Schumacher den ersten Rennfahrervertrag gaben und ihm 1991 finanziell den Einstieg bei Jordan in die Königsklasse ermöglichten, wieder ein Team. Sie kauften den Rennstall von Ross Brawn, der beide Titel holte: Konstrukteure und Fahrer (Jenson Button). Ein deutsches Team, mit deutschen Fahrern (noch Nico Rosberg), dazu die Zusammenarbeit mit Brawn, der maßgeblich an seinen sieben WM-Titeln beteiligt war, machten dem Kerpener wieder Lust auf seriöse Rennen und Zweikämpfe.

Wie fit ist Schumacher?

Als er sich Ende Juli bei Ferrari als Ersatzmann für den schwer verunglückten Felipe Massa vorbereitete, wegen der Nackenprobleme aber dann zurückstecken musste, erreichte er rasch wieder seine alten Leistungswerte und war schnell unterwegs. Seitdem ist Schumacher am Ball geblieben, hat nun keine Beschwerden mehr. Dass er drei Jahre kein aktuelles Formel-1-Auto gefahren hat, ist für einen Mann seiner Klasse kein Problem. Offizielle Tests sind erst Anfang Februar erlaubt. Was man bis dahin tun kann, müsse man – so Schumacher – sehen.

Wer profitiert vom Comeback?

Ob es eine Image-Werbung für Mercedes wird, hängt vom Erfolg ab. Ist das Auto schnell, wird auch Schumi schnell sein. Das muss er, wollen die Rennstrecken profitieren. Ein Rückkehrer, der nur mitfährt, wird die Fans nicht in Scharen locken. Profitieren wird der TV-Sender RTL, der für die Werbeblöcke, jedenfalls zu Beginn, kräftiger kassieren kann. Aber auch Schumacher, da die Artikel seiner Collection in Mercedes-Silber statt Ferrari-Rot leuchten und der echte Fan umrüsten muss, will er aktuell sein.

Was riskiert Schumacher?

Abzuwarten bleibt, ob sein Körper die Belastungen aushält und er auch mental der Alte ist. Die aktuellen Fahrer werden dem Renn-Opa keinen Platz machen. Schumi bleibt der erfolgreichste Fahrer der WM-Geschichte. Ob beim Scheitern der Mut, sich dem Generationen-Duell zu stellen, gelobt oder als Realitätsverlust bezeichnet wird, hängt vom Betrachter ab. Sympathisanten hoffen, dass er vorne mitfährt, die Kritiker, dass der ehrgeizige, mitunter unfaire Pilot die Grenzen aufgezeigt bekommt. Schumi polarisiert – wie gehabt.

Was bedeutet das für Rosberg?

Für den 24-Jährigen wird es eine entscheidende Saison. Er muss mindestens auf Augenhöhe mit seinem Teamkollegen sein.

Gibt es Verlierer?

Ja, Nick Heidfeld! 2001 wurde ihm Kimi Räikkönen vorgezogen, nun Schumacher. Der 31-Jährige hat lange gewartet und nun noch die Option, bei Sauber zu bleiben.

Wie reagiert die Familie?

Schumacher erklärte, er habe keine Überzeugungsarbeit leisten müssen. "Meine Frau ist zufrieden, wenn ich zufrieden bin. Sie hat am Blick meiner Augen erkannt, dass es genau das ist, was ich möchte."

Quelle: Rheinische Post

 
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