Schalke hält Kurs auf Berlin
VON FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 26.01.2011 - 02:30Die Mannschaft von Trainer Felix Magath steht im Halbfinale des DFB-Pokals. Dem 17-jährigen Julian Draxler gelingt kurz nach seiner Einwechslung in der 119. Minute der Treffer zum 3:2-Endstand gegen den 1. FC Nürnberg.
Gelsenkirchen Schalke 04 und der 1. FC Nürnberg – das sind zwei Vereine mit einer großen Fußballtradition seit ihren goldenen Dreißigerjahren. Im Duell der beiden Altmeister, deren Anhänger schon seit Langem eine besondere Freundschaft verbindet, konnte Schalke die Chance nutzen, auch an die großen Erfolge im DFB-Pokal anzuknüpfen und zum 18. Mal in das Halbfinale dieses Wettbewerbs einzuziehen. Für die Entscheidung sorgte ausgerechnet Julian Draxler. Erst Sekunden vorher eingewechselt, erzielte der 17-jährige Gymnasiast, der gerade erst einen Lizenzspielervertrag erhalten hat, kurz vor Schluss der Verlängerung nach toller Körpertäuschung und mit präzisem Schuss das Siegtor zum 3:2.
Die Verantwortlichen des VfB Stuttgart, in dieser Saison mit Abstiegssorgen beladen, dürfen sich trotzdem schon einmal die Hände reiben. Denn in der kommenden Saison wird Julian Schieber wieder für ihr Team spielen, ein 21-jähriger Stürmer, den sie an den "Club" ausgeliehen haben und der nach dieser Serie an den Neckar zurückkehren soll. Auf Schalke bewies der junge Angreifer, der früher in Bettwäsche des FC Bayern geschlafen hat und dessen Vorbild Jürgen Klinsmann ist, welches Talent er besitzt und wie gut er sich in Nürnberg entwickelt hat. Seine beiden Tore in der ersten Halbzeit stürzten die Gastgeber in größte Verlegenheit.
Sie waren allerdings nicht nur die Folge eigener Qualitäten, sondern auch krasser Schalker Unzulänglichkeiten in der Defensive. Phasenweise völlig ungeordnet, gab sich die Abwehr des Vizemeisters so große Blößen, dass Schieber leichtes Spiel hatte, sie eiskalt zu nutzen.
Mit "Schieber"-Rufen verabschiedeten Schalkes Fans die Akteure zur Pause in die Kabine, nur meinten sie dabei natürlich nicht den Nürnberger Torschützen, der später, kurz vor Schluss der regulären Spielzeit, für ein Foul die Rot-Gelbe Karte hätte sehen müssen, sondern Schiedsrichter Peter Gagelmann. Doch an dem Unparteiischen aus Bremen lag es nicht, dass die Gelsenkirchener in Rückstand geraten waren. Nur selten hatten sie bis dahin im Duell der Altmeister den erhofften Angriffsschwung entfacht, erreichte ihr Spiel Klasseformat wie beim Ausgleichstreffer durch Mario Gavranovic. Der 21 Jahre alte Schweizer, der in dieser Saison bislang bei zwei Kurzeinsätzen nur acht Bundesligaminuten absolviert hat und den Platz des verletzten Niederländers Klaas-Jan Huntelaar im Angriff einnahm, war Schlusspunkt einer Kombination, die bei den Königsblauen zum ersten Mal Glanz erkennen ließ. Eingeleitet durch einen Pass von Raúl und mit Christian Pander als Flankengeber. Acht Minuten später hatte Raúl nach einem Doppelpass mit Ivan Rakitic Pech, als er mit einem Schuss nur den Außenpfosten traf.
Besser klappte es dann nach der Pause, als umgekehrt Raúl Rakitic in Szene setzte und in der mitreißenden zweiten Halbzeit der Platzherren den Treffer zum 2:2-Ausgleich erzielte.
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