Podolski reißt Köln mit
VON MARTIN BEILS - zuletzt aktualisiert: 24.09.2009 - 02:30Der Nationalspieler macht seine beste Partie nach der Rückkehr von Bayern München. Er trägt entscheidend zum 3:2-Erfolg über den Deutschen Meister VfL Wolfsburg bei. Die Gastgeber müssen allerdings bis zum Schluss um den Einzug ins Achtelfinale zittern.
Köln. Seit der 1. FC Köln nicht mehr montags das Zweitliga-Publikum im DSF unterhalten muss, kann er sich selten in aller Ausführlichkeit im frei empfangbaren Fernsehen präsentieren. Vielleicht braucht Lukas Podolski, der in den vergangenen Jahren ja auch in viel beachteten Länderspielen stets mehr hinbekam als im Verein, aber das große Publikum. Im live übertragenen DFB-Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg bekam er es gestern – und zeigte seine beste Leistung seit der Rückkehr aus München.
Beim 3:2-Sieg über den Meister war Podolski maßgeblich an den drei Kölner Toren beteiligt. Vor dem ersten Treffer durch Manasseh Ishiaku gab er dem Angriff den entscheidenden Impuls. Zu Ishiakus zweitem leistete er die Vorarbeit mit einem wuchtig getretenen Freistoß, den VfL-Torhüter Diego Benaglio nicht festhalten konnte. Und Sebastian Freis' zwischenzeitliches 3:1 leitete er mit einem genauen Steilpass ein. Allein im Abschluss überzeugte Podolski nicht – vor allem als er kurz nach Wiederanpfiff allein vor dem Tor verzog.
Die Kölner, die die Serie ihrer Misserfolge in der Liga am Samstag mit dem Sieg beim VfB Stuttgart beendet hatten, demonstrierten Selbstbewusstsein. Anfängliche Unpässlichkeiten in der Hintermannschaft stellten sie ab. Von Edin Dzekos Pfostenschuss und dem Anschlusstor des Bosniers ließen sie sich nicht beeindrucken. Sogar Sascha Riethers 2:3 steckten sie weg. Die Mannschaft von Trainer Zvonimir Soldo sprühte vor Tatendrang. Allen voran Podolski. Dessen Ehrgeiz bekam ein Balljunge zu spüren, den er anblaffte, als der den Ball nicht schnell genug wieder ins Spiel brachte. Und den Kollegen Maniche schubste "Poldi" forsch aus der Bahn. Der Nationalspieler zog sich oft tief ins Mittelfeld zurück, tauchte links wie rechts aus und ließ sich auch durch etwas härtere Attacken beeindrucken. Sogar im Kopfballduell setzte er sich gegen Wolfsburgs italienisch-abgezockten Innenverteidiger Andrea Barzagli durch.
Rechtzeitig vor dem Derby am Samstag gegen Bayer Leverkusen und der anschließenden Begegnung bei Bayern München nimmt der "FC Poldi" Fahrt auf. Auch der künstlerische Wert stimmte. Wie Wilfried Sanou am Samstag in Stuttgart so ließ es sich auch Ishiaku nicht nehmen, ein Tor mit einem Flickflack zu feiern. Für einen 82-Kilo-Mann eine bemerkenswerte Übung. 31 500 Zuschauer – für FC-Verhältnisse eine echte Minikulisse – fühlten sich gestern bestens unterhalten.
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