Olympique Lyon: Ein Team aus Freunden
zuletzt aktualisiert: 09.04.2010 - 02:30Lyon/Düsseldorf (HSp) Trotz der 0:1-Niederlage im Rückspiel bei Girondins Bordeaux ist Olympique Lyon erstmals in der Vereinsgeschichte ins Champions-League-Halbfinale eingezogen. Kaum zu glauben bei einer Mannschaft, die seit dem ersten Titelgewinn 2002 die französische Liga dominiert. Doch in der Champions League scheiterte Lyon in den vergangenen zehn Jahren viermal in der Runde der letzten acht. Innenverteidiger Chris verrät das jetzige Erfolgsgeheimnis "Wir hatten schon bessere Kader, aber jetzt sind wir mental stärker, weil wir alle Freunde sind."
Dennoch besitzt die Mannschaft von Trainer Claude Puel hervorragende Einzelkönner und ist technisch versiert. Gerade das Mittelfeld mit Michel Bastos, Jean Makoun und Jérémy Toulalan ist top besetzt. Zudem ist Miralem Pjanic auf dem besten Weg, die Lücke zu schließen, die Altmeister Juninho nach dem Abgang hinterlassen hat. Somit hat Lyon seine Stärken genauso wie die Bayern in der Offensive. Der Defensiv-Verbund zeigt indes – wie der der Bayern – Schwächen. Die Abwehrspieler sind oft zu langsam und haben kaum Offensivdrang. Stammkeeper Hugo Lloris ist gerade 21 Jahre alt und besitzt noch nicht die große internationale Erfahrung. Gegen Bordeaux und Real Madrid zeigte er indes sensationelle Paraden.
Lyon blickt dem Aufeinandertreffen mit Bayern – auch aufgrund der Statistik – optimistisch entgegen. Nach den sechs Spielen zwischen beiden Mannschaften in der Königsklasse ist die Bilanz völlig ausgeglichen: je zwei Siege sowie zwei Unentschieden. "Ich denke, dass wir eine gute Chance auf das Finale haben", sagte Toulalan. Zumal mit Sidney Govou noch ein Spieler des legendären 3:0-Erfolgs gegen die Bayern von 2001 im Kader steht. Er war damals der überragende Mann auf dem Platz und sorgte mit seinen zwei Toren nach 20 Minuten für klare Verhältnisse.
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