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Mönchengladbach: Neuer macht Borussia den Weg frei

VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 21.01.2012 - 02:30

Mönchengladbach (RP). Ein kapitaler Fehler des Nationaltorhüters erleichterte den starken Mönchengladbachern die Aufgabe zum Start der Rückrunde in der Fußball-Bundesliga. Beim 3:1-Sieg gegen den FC Bayern erzielten Reus und Herrmann (2) die Tore für die Gastgeber. Schweinsteiger traf für München.

Kein theatralischer Kuss auf die Raute, kein mannhaftes Brustklopfen – es war einzig ein Richtung Himmel gestreckter Zeigefinger, mit dem Marco Reus feierte, während der Borussia-Park förmlich explodierte. Elf Minuten waren im Spitzenspiel zwischen Mönchengladbach und Bayern München erst gespielt, als Marco Reus sich mit dem 1:0 gegen den Rekordmeister wieder zurück in die Herzen der Gladbacher Fans schoss. Am Ende legte Reus noch einen weiteren Treffer auf, gewann Gladbach das Spitzenspiel hochverdient 3:1 – und rückte wieder bis auf einen Punkt an den Noch-Tabellenführer heran.

Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre beantwortete mit dem Triumph eigentlich alle offenen Fragen. Würde Mönchengladbach die mit 33 Punkten hervorragende Hinrunde fortsetzen? Wie würde Marco Reus aufspielen können, nachdem sein bevorstehender Wechsel zu Borussia Dortmund bekanntgegeben wurde? Und wie würde die Mannschaft mit den ganzen Wechselgerüchten der Winterpause klarkommen? Die Antworten waren recht simpel: hervorragend.

Borussia verdiente sich den Sieg, weil sie im Spitzenspiel wie eine richtige Spitzenmannschaft agierte. Gladbach wirkte über die gesamte Spielzeit bissiger, stand in der Abwehr extrem sicher und verließ sich vorne auf pfeilschnelle Konter über Reus oder Patrick Herrmann.

Und dann gab es beim 1:0 auch noch tatkräftige Mithilfe der Gäste: Bayern-Keeper und Nationaltorhüter Manuel Neuer spielte einen Rückpass genau in die Füße von Marco Reus. Der Nationalspieler bedankte sich vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw mit einem platzierten Schuss ins lange Eck.

Bayern München übernahm zwar nach der Anfangsviertelstunde die Initiative in der Partie, konnte die Verunsicherung nach dem Rückstand jedoch nie so wirklich abschütteln. Der zurückgekehrte Mittelfeldspieler Bastian Schweinsteiger blieb trotz seines Treffers blass. Franck Ribéry fehlte dem Rekordmeister sehr, auch weil Arjen Robben erneut weniger spielerisch, als durch theatralische Gesten auffiel. Nur eine wirkliche Chance sprang vor der Pause für den Rekordmeister heraus. Marc-André ter Stegen parierte einen Kopfball von Mario Gomez jedoch hervorragend.

Der Tabellenführer hatte indes Glück, dass Borussia mit ihren Kontergelegenheiten mitunter etwas schludrig umging. Bis zur 41. Minute: Mike Hanke schickte Patrick Herrmann mit einem Steilpass Richtung Tor. Der 20-Jährige knüpfte nahtlos an seine explodierenden Leistungen aus der Hinrunde an und schob den Ball an Manuel Neuer, der seit dem ersten Gladbacher Treffer von den Fans bei jedem Ballkontakt mit höhnischem Applaus bedacht wurde, vorbei ins lange Eck.

Nach der Pause übernahm Marco Reus endgültig die Bühne im Borussia-Park. Der FC Bayern tat sich weiterhin schwer, Lücken im kompakten Abwehrverbund zu finden, während die Mönchengladbacher konterten. Und immer standen Patrick Herrmann oder der pfeilschnelle Reus im Mittelpunkt. Überragend war Reus' Vorarbeit beim 3:0, als er Verteidiger Holger Badstuber ins Leere laufen ließ und Herrmann den Ball zu dessen zweiten Treffer des Abends in den Lauf legte.

Und München? Mehr als der Anschlusstreffer durch Bastian Schweinsteiger sprang nicht heraus. Und deshalb beginnt die Rückrunde – wie die Hinrunde auch – mit einem Paukenschlag: einer Niederlage des Rekordmeisters gegen Borussia Mönchengladbach. In der Bundesliga-Historie gab es das zuvor erst einmal: 1995/1996 verloren die Münchner beide Spiele gegen Borussia – und wurde am Ende Tabellenvierter. Ob das ein Omen ist?

Quelle: RP


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