Leverkusen: Leverkusen kommt nicht von der Stelle
VON STEFAN KLÜTTERMANN - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 - 02:30Leverkusen (RP). Wenn der Weg das Ziel im Fußball wäre, wäre Bayer Leverkusen die Meisterschaft wohl kaum zu nehmen. Trainer Robin Dutt und seine Spieler wähnen sich auf Kurs – auch nach dem mageren 2:2 gegen Stuttgart. "Wir sind dennoch auf einem guten Weg", sagte Lars Bender. "Trotzdem war es wieder ein Schritt in die richtige Richtung" befand Daniel Schwaab. Und Dutt attestierte seinem Team "die richtige Mentalität".
Doch weil sich die Bundesliga nur an Punkten orientiert, droht Bayer am nächsten Spieltag sogar aus dem Europa-League-Plätzen herauszufallen. Bei einer Niederlage in Dortmund könnte Hannover 96 schon mit einem Remis in Mainz vorbeiziehen. Was für den Champions-League-Hit gegen Barcelona am Dienstag nächster Woche zum Stimmungsdämpfer taugen dürfte. Schließlich hatte Sportdirektor Rudi Völler noch am Donnerstag verkündet: "Wir wollen noch mal oben angreifen."
Das 2:2 gegen den VfB war das Spiegelbild einer zähen wie holprigen Saison. Bayer ging zweimal in Führung, durch Stefan Kießling und Simon Rolfes, fing sich aber zweimal den Ausgleich – durch einen simplen Freistoßtrick von Julian Schieber und kurz vor Ende durch Martin Harnik. Es will keine Aufbruchsstimmung aufkommen, so verlässlich reißt die Werkself im Spielverlauf eben Aufgebautes wieder ein. Maßgeblicher "Demolition Man" war diesmal Michal Kadlec, der sich nach knapp einer Stunde Gelb-Rot einhandelte. "Ich bin sicher, dass wir mit elf Mann den Sieg nach Hause gespielt hätten", sagte Torhüter Bernd Leno.
So bleibt Leverkusen in der Rückrunde zwar ungeschlagen (fünf Punkte), hat aber trotzdem den Rückstand auf Rang vier von sieben auf neun Zähler anwachsen lassen. Bayer 04 verlor von den vergangenen zehn Ligapartien zwar nur eine, holte in diesem Zeitraum aber auch nur 17 von 30 möglichen Punkten. Mit sieben Unentschieden weist man die meisten der ersten sechs Teams auf. "Natürlich sind es viele Punkte nach oben. Wir wollen ja Woche für Woche unser Ding durchziehen, aber das wird schwierig, wenn wir immer wieder diese Rückschläge kassieren", sagte Bender, der gegen den VfB nach einem Schlag auf den Unterschenkel ausscheiden musste. Ein Einsatz beim BVB sollte aber möglich sein.
Definitiv ausfallen – und das für knapp zwei Monate – wird dagegen Sidney Sam. Sein Comeback nach einem Muskelfaserriss im Oberschenkel dauerte nur zwölf Minuten, dann zog er sich einen Muskelbündelriss an derselben Stelle zu. André Schürrle erlitt bei einem Tritt von Stuttgarts Christian Molinaro (sah dafür Rot) ein blutunterlaufenes Auge. Michael Ballack und sein Berater Michael Becker spielten bei alldem nur Nebenrollen: Ballack drückte die Ersatzbank, und Becker fror auf der Tribüne, während Rudi Völler und Wolfgang Holzhäuser das Spiel aus einer Loge heraus verfolgten.
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