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Letzte Chance für Vettel

VON ECKHARD CZEKALLA - zuletzt aktualisiert: 25.09.2009 - 02:30

In Singapur muss der Heppenheimer gewinnen und auf Ausrutscher der Brawn-Rivalen Button und Barrichello hoffen. Allerdings schwächelt das Red-Bull-Team.

Singapur/Düsseldorf. Wenn seine Formel-1-Kollegen heute in den beiden Trainingseinheiten wieder ihre Runden drehen auf dem erst zum zweiten Mal zum WM-Kalender gehörenden Stadtkurs von Singapur, dann wird sich Sebastian Vettel zurückhalten. Nicht etwa, dass der Heppenheimer keine Lust mehr hätte. Nachtrennen gehören nun mal zur absoluten Ausnahme, und da hilft jeder Kilometer, sich an die ungewohnten Lichtverhältnisse zu gewöhnen.

Nein. Vettel muss sich zurückhalten, weil ihm die Motoren ausgehen. Acht darf jeder Fahrer pro Saison einsetzen. Diese Zahl hat der 22-Jährige vier Rennen vor Schluss bereits erreicht – als einziger der 20 Piloten. Geht nun noch ein Renault-Triebwerk im Red-Bull-Rennwagen hoch, dann rutscht Vettel in der Startaufstellung zehn Plätze nach hinten. Eine Strafe, die bei 26 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Jenson Button und zwölf Zählern zu dessen Brawn-Teamkollegen Rubens Barrichello (Brasilien) das Ziel Titelgewinn noch weiter entrücken lassen würde, als es ohnehin schon ist.

Button fürchtet den Heppenheimer

Vettel gibt sich kämpferisch, obwohl die Formkurve seines Teams nach unten zeigt, während Rivale Brawn mit dem Doppelsieg in Monza die WM-Entscheidung wohl zu einem teaminternen Zweikampf gemacht hat. "Ich hoffe noch", sagt Vettel, der nicht nur am Sonntag (14 Uhr/live bei RTL) die Maximalpunktzahl (zehn) anstrebt. Nach Singapur noch Suzuka (Japan), Sao Paulo (Brasilien) und Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) – vier Stationen, an denen dem WM-Dritten nicht nur Siege weiterhelfen. Er muss auch darauf hoffen, dass die Brawn-Fahrer schwächeln.

Doch Button, der nach sechs Siegen in sieben Rennen aus den folgenden fünf Rennen nur elf von 50 möglichen Zählern holte, ist wiedererstarkt. Und der 38-jährige Barrichello, der auf seine alten Tage vom ersten Titelgewinn träumt ("Es ist ein großartiges Gefühl, diese Chance zu haben"), ist nach Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) im Ferrari der erfolgreichste Fahrer der zurückliegenden drei WM-Rennen.

Deshalb sieht der Engländer im Teamkollegen die größte Gefahr. Allerdings sei Barrichello berechenbarer als etwa Vettel, da der Brasilianer und er das gleiche Auto haben, das gleiche Aerodynamik-Paket bekommen, sie sich über ihre Abstimmung austauschen und damit dieselben Voraussetzungen haben. "Meine Situation, die WM anzuführen, ist klasse. Es ist aber auch eine knifflige Lage", sagte Button. Ihm würde es vermutlich reichen, in jedem Rennen direkt hinter Barrichello ins Ziel zu kommen. "Aber sobald du auch nur leicht nachlässt, schreit das geradezu nach Problemen. Genau dann passieren Unfälle", ergänzte der 29-Jährige.

Wenn das Rennen auf der mit 1500 Scheinwerfern erhellten Strecke am Sonntag um 20 Uhr Ortszeit gestartet wird, dann gehen alle Beteiligten von einem reellen Wettkampf aus – ein Jahr nach dem vom damaligen Renault-Fahrer Nelson Piquet jr. ausgelösten Unfall-Skandal.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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