Düsseldorf: Lange Pause für Schweinsteiger – bitter auch für Löw
VON FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 10.02.2012 - 02:30Düsseldorf (RP). Die neue Verletzung von Bastian Schweinsteiger, ein Riss des vorderen Außenbandes im rechten Sprunggelenk, trifft den FC Bayern hart, und sie überschattete den überzeugenden 2:0-Erfolg der Münchner im Pokal-Viertelfinale beim VfB Stuttgart. Der deutsche Rekordmeister muss eine Reihe von Wochen, im Champions-League-Hinspiel gegen den FC Basel am 22. Februar und wohl auch beim zweiten Treffen am 13. März auf den Mittelfeldstrategen verzichten.
Doch auch die Sorgen von Bundestrainer Joachim Löw wurden beim Blick auf die Europameisterschaft vom 8. Juni bis 1. Juli in Polen und der Ukraine durch den abermaligen Ausfall des 27-Jährigen sehr viel größer. Denn neben dem Münchner sind zwei weitere Akteure der Nationalmannschaft verletzt und bei ihren Klubs derzeit nicht einsatzfähig: Lukas Podolski (Köln/Sprunggelenk) und Mario Götze (Dortmund/Schambein). Fast vier Monate Zeit bleiben bis zum ersten Gruppenspiel der DFB-Auswahl am 9. Juni gegen Portugal. Normalerweise reicht die Spanne auch für Schweinsteiger. Dennoch wird die Vorbereitung auf die EM durch die Verletzungen, die bei dem Trio lange Zwangspausen verursachen, erheblich beeinträchtigt. Schweinsteiger, Götze und wohl auch Podolski fehlen am 29. Februar in Bremen beim Test gegen Frankreich.
Schweinsteiger erlitt die Verletzung durch einen Zusammenprall mit Georg Niedermeier. "Ich hab' mich bei ihm entschuldigt. So etwas kann vorkommen im Fußball, aber ich will niemanden verletzen", sagte der Stuttgarter Abwehrspieler. An Krücken verließ Schweinsteiger das Stadion und fehlt seinem Klub nun bereits zum zweiten Mal über einen längeren Zeitraum, nachdem er Anfang November einen Schlüsselbeinbruch erlitten hatte und erst zur Rückrunde in den Kader der Bayern zurückgekehrt, in der Wintervorbereitung des Teams dann aber durch eine Kniereizung zurückgeworfen worden war. Nach der ersten Pause wurde deutlich, wie lange der Vizekapitän benötigt, um zu gewohnter Form zurückzufinden. Schließlich ist er das Herzstück der Bayern-Mannschaft und der Nationalelf, und dieses hohe Niveau kann er nur erreichen, wenn alle körperlichen und spielerischen Voraussetzungen stimmen.
"Das ist sehr, sehr bitter", kommentierte Kapitän Philipp Lahm das Pech seines Kollegen. Trainer Jupp Heynckes sprach von einem "herben Verlust" und sagte: "Das ist für ihn wahnsinnig schade – und für uns als Mannschaft sowieso. Ich habe Bastian sehr enttäuscht erlebt." Der 90-malige Nationalspieler muss zunächst eine Woche lang Gips tragen. Mit einem Spezialschuh soll er dann das Muskelaufbautraining beginnen. Zur Frage, wann er für die Bundesliga und Europas Königsklasse wieder zur Verfügung steht, wollen sich die Münchner offiziell noch nicht äußern. "Eine Prognose, wann Bastian wieder trainieren oder spielen kann, werden wir zu einem späteren Zeitpunkt bekannt geben", erklärte Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der den Mittelfeldstar gestern untersuchte – unter anderem mit einer Kernspintomographie.
Weil der FC Bayern den Sieg im Pokal-Viertelfinale mit Bastian Schweinsteigers schwerer Verletzung teuer erkaufte, gerieten andere Themen in den Hintergrund. Der Klub verpflichtete zur nächsten Saison den 20 Jahre alten Schweizer Nationalspieler Sherdan Shaqiri vom FC Basel (Mittelfeld/Vertrag bis 2016). Und Arjen Robben saß in Stuttgart auf der Bank. Dem Niederländer – auf der Position am rechten Flügel spielte Thomas Müller – war der Frust über die Nicht-Berücksichtigung durch Trainer Heynckes deutlich anzumerken. Droht da ein brisanter Konflikt beim deutschen Ausnahmeklub?
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