Läuferin Mikitenko hofft auf Sieg
zuletzt aktualisiert: 21.04.2010 - 02:30Irina Mikitenko hat schwere Monate hinter sich. Als Favoritin wollte sich die deutsche Langstreckenläuferin bei der Weltmeisterschaft im vergangenen August den Titel im Marathon sichern. Doch der plötzliche Tod ihres Vaters brachte die zierliche, 1,68 Meter große Läuferin kurzfristig aus dem Tritt. Die bisherigen Siege der Athletin des TV Wattenscheid waren stets auch Erfolge des Familienunternehmens Mikitenko. Die zweifache Mutter verzichtete auf die Teilnahme in Berlin. Sie war nach eigenen Angaben nicht in der Lage, sich konzentriert auf die Weltmeisterschaft vorzubereiten.
Das alles ist jetzt Vergangenheit, und Mikitenko ist voll konzentriert auf den Marathon am 29. April in London. Nach ihren Siegen in den beiden Vorjahren hat die 37-Jährige nun den Hattrick ganz fest im Visier. Und dabei will sie sich auch vom lahmgelegten Luftverkehr nicht aus der Ruhe bringen lassen. Mit der Bahn reist sie über Paris nach Calais und "von dort aus werde ich von einem Privatjet abgeholt. Es ist wegen der Vulkanasche alles etwas schwierig", sagt Mikitenko, die seit Jahren Deutschlands erfolgreichste Langstreckenläuferin ist. Bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften erreichte sie hervorragende Platzierungen über 5000 Meter. Doch ihr wahres Vermögen zeigte sie erst nach dem Wechsel zum Marathon. Als erste Deutsche blieb sie im Marathon unter 2:20 Stunden.
In London geht Mikitenko als Titelverteidigerin an den Start und gibt sich kämpferisch: "Es ist mein Ziel, zum dritten Mal in London zu gewinnen, aber ich weiß natürlich, dass es angesichts der starken Konkurrenz sehr schwer wird." Und das dürfte mit Blick auf die Startliste keine Untertreibung sein: Zwar ist Mikitenko in London die Läuferin mit der besten gemeldeten Zeit, doch die Deutsche wird sich gleich mit fünf Athletinnen auseinandersetzen müssen, die bereits unter 2:22 Stunden gelaufen sind. Elf Läuferinnen haben Bestzeiten von unter 2:25 Stunden. Darunter Deena Kastor (USA), Olympiasiegerin Constantina Dita (Rumänien), sowie die Weltmeisterin Bai Xue (China).
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