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Kölner Hooligans stürmen Zug

zuletzt aktualisiert: 30.05.2011 - 02:30

Köln/düsseldorf (RP) Gewalttätige Ausschreitungen von Fußballfans verlagern sich immer mehr in den unterklassigen Fußball. Zwei rivalisierende Hooligangruppen haben auf einem Bahnhof in Köln randaliert. Eine Gruppe von etwa 30 Personen aus Köln hatte am Samstag im Bahnhof Mülheim auf einen Zug mit 100 zum Teil vermummten und bewaffneten Anhängern von Preußen Münster gewartet. Nach Polizeiangaben stürmten die Kölner den Regionalexpress kurz nach der Einfahrt in den Bahnhof. Bei den Auseinandersetzungen der Fangruppen wurden fünf Personen verletzt.

Die Hooligans aus Münster kamen von einem Spiel der Regionalliga-West in Kaiserslautern. Die Polizei geht davon aus, dass sich beide Gruppen zu der Schlägerei verabredet hatten. Rund 60 Beamte stellten die Personalien der Münsteraner Fans fest, die Kölner konnten noch vor dem Eintreffen der Polizei flüchten. Die Bundespolizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch eingeleitet.

Außerdem erwarten die Schläger Schadensersatzansprüche der Deutschen Bahn, da bei den Auseinandersetzungen die Waggons beschädigt wurden. Damit nicht genut: Außerdem musste der Bahnhof Köln-Mülheim für 45 Minuten gesperrt werden, weshalb es zu zahlreichen Verspätungen im Bahnverkehr kam.

Gerade am Rande der Treffen von Zweitvertretungen der Bundesligisten mit Traditionsklubs wie Münster oder Rot-Weiss Essen, die inzwischen in die unteren Ligen durchgereicht worden sind, kommt es häufig zu Schlägereien zwischen Hooligan-Trupps. Das liegt zum einen daran, dass die sportlich abgestiegenen, früher mal großen Vereine nach wie vor einen harten Kern gewaltbereiter Anhänger haben. Zum anderen gibt es in den so genannten Amateurklassen natürlich weit weniger Sicherheitsmaßnahmen.

Erst wenn die Polizei durch szenekundige Beamte und beim Durchforsten entsprechender Foren im Internet Hinweise auf bevorstehende Randale bekommt, verstärkt sie ihre Präsenz auch in den unteren Ligen. So erfreut sich der KFC Uerdingen in der sechstklassigen Niederrheinliga immer ganz besonderer Beobachtung.

Für das Regionalligaspiel zwischen den Zweitvertretungen von Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund (2:1) wurden die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Grenzlandstadion im Gladbacher Ortsteil Rheydt deutlich verstärkt.

Quelle: RP


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