Kein Held, aber ein Profi
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 10.02.2012 - 02:30Igor de Camargo ist nun der böse Bube im deutschen Fußball. Borussias Stürmer ist hingefallen im Berliner Strafraum und hat damit das Viertelfinale im Pokal seiner Borussen bei Hertha BSC entschieden. Es war ein Schauspiel mit doppeltem Boden: Hätte Schiedsrichter Felix Brych andersherum entschieden, hätte der schon verwarnte de Camargo Gelb-Rot gesehen – und seinem Team geschadet. So hat er das Spiel, das nur diesen einen Höhepunkt hatte, zugunsten der Gladbacher entschieden. Der Sieg ist nicht makellos. Man könnte aber auch sagen, dass Roman Hubnik so dumm war, de Camargo die Gelegenheit zu geben.
Die moralische Grundfrage ist: Wie viel Verzicht auf Fairplay ist erlaubt, um Erfolg zu haben? Fakt ist: Borussia setzt den Höhenflug fort. Und Igor de Camargo hat seinen Teil dazu beigetragen. Es gibt heldenhaftere Taten als diese. Doch bleibt es dabei: De Camargo ist ein Mann für die wichtigen Momente. Lucien Favre hat alles richtig gemacht, als er ihn brachte. Im entscheidenden Moment das Entscheidende zu tun und das nötige Glück zu haben, auch das sind Merkmale eins Spitzenteams. Auch wenn es nicht populär ist.
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