Italienische Momente
VON MARTIN BEILS - zuletzt aktualisiert: 28.12.2009 - 02:30Die Italiener sind sauer auf den "Mikael Schumaker". "Verrat!", ruft Italiens Sportpresse jetzt unisono, wo der Wechsel von Ferrari zu Mercedes perfekt ist. Hintergangen fühlt sich das Land, das mit dem Herzen an seiner Sportwagenschmiede hängt. Ein Land, in dem Millionen ferrariroter Oberhemden und Herden kleiner, glitzernder Pferde-Anhänger den ansonsten guten Geschmack auf eine harte Probe stellen.
Doch nicht nur "Schu", wie sie ihn nennen, sondern auch "Mou" verletzt den Stolz Italias. Jose Mourinho, Trainer des Fußballmeisters Inter Mailand, ließ jetzt wissen: "Ich liebe Italien nicht. Meine Liebe zu Italien ist nicht beendet, wie einige Leute behaupten – es hat sie nie gegeben." Ganz überraschend ist das freilich nicht. Denn man durfte nicht davon ausgehen, dass der Portugiese außer sich selbst überhaupt jemanden liebt.
Doch wir lieben Italien noch immer. Latte Macchiato und Stracciatella, Panna Cotta und Tagliatelle, Cinquecento und Stradivari, Maldini und Rossini, Brunello und Barolo, Roma und Venezia, sardische Sandstrände und toskanische Hügel.
Ja, wir lieben Italien – jedenfalls bis zum Halbfinale der nächsten Fußball-Weltmeisterschaft.
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