Hoffenheim – Babbel soll auf Stanislawski folgen
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 10.02.2012 - 02:30Hoffenheim/Düsseldorf Die handelnden Personen hatten sich schon seit geraumer Zeit auf eine professionelle Abwicklung verständigt. So, wie man das eben in der Fußballbranche macht. Dementsprechend harsch klagte Holger Stanislawski in den vergangenen Wochen immer wieder über Missstände bei der TSG 1899 Hoffenheim. Nicht die richtigen Spieler, zu wenig Qualität im Kader. Im Prinzip sei eh alles wurscht, die Spieler würden sich während einer Partie sowieso an die meisten Vorgaben nicht halten. Dem Arbeitgeber war die Aussage wohl dann doch einen Tick zu offensiv. Geldgeber Dietmar Hopp hatte sein Urteil da wohl schon längst gefällt. In einem Interview merkte er an, bei Stanislawski würde man überhaupt kein Spielsystem erkennen.
Nach nur acht Monaten hat man im Kraichgau schon die Geduld verloren und das Projekt Stanislawski wieder beendet. Der 42-Jährige, zuvor lange beim FC St. Pauli in der Verantwortung, sollte dem Verein ein frischeres Image verpassen. Daraus ist nichts geworden. Vor der Niederlage im Pokal gegen Fürth (0:1) hatte 1899 in der Bundesliga nur einen Sieg aus zehn Spielen geholt und ist von den selbst gesteckten Zielen weit entfernt.
"Die Sache ist durch", sagte Stanislawski knapp nach einer Sitzung am Vormittag. Dort einigte man sich "einvernehmlich auf eine Auflösung des bis zum 30. Juni 2014 datierten Vertrages", wie es in der Mitteilung des Vereins hieß. "Wir schätzen Holger Stanislawski als Menschen und als fachkundigen Trainer. Doch nach einem langen, konstruktiven Gespräch mit ihm sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass es besser ist, die Zusammenarbeit im Interesse aller Beteiligten zu beenden", verkündete Manager Ernst Tanner. "Die jüngsten sportlichen Entwicklungen waren hierfür sicherlich ausschlaggebend." Mit Stanislawski mussten auch dessen Assistenten André Trulsen und Klaus-Peter Nemet gehen.
In Hoffenheim hat man schon konkrete Vorstellungen, wer leitender Angestellter im sportlichen Bereich werden soll. Als wahrscheinlich gilt ein Engagement von Markus Babbel in der Kurpfalz. Mitte Dezember, als Babbel mit Hertha in Hoffenheim spielte und am selben Wochenende entlassen wurde, kam es zuvor zu einem witzigen Wortwechsel der Trainer. "Herr Babbel, gehen Sie davon aus, dass Sie da noch da sind?", fragte Stanislawski im Hinblick auf die zwei Tage später stattfindende Weihnachtsfeier bei Hertha seinen Kollegen in der Pressekonferenz. Babbel lachte herzlich und raunzte ihm nur "Arschloch" zu. Die beiden standen danach zusammen und tauschten sich aus.
Nun haben sie wohl wieder Gesprächsbedarf.
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