Hamburgs Handballer zittern sich zum Sieg
zuletzt aktualisiert: 22.03.2010 - 02:30Hamburg (sid/RP) Die Sieger haderten mit ihrem dünnen Nervenkostüm, die Verlierer schimpften auf die Schiedsrichter: Nach dem 32:31 (17:10)-Zittersieg von Vizemeister Hamburg gegen Lemgo kochten die Emotionen hoch. HSV-Trainer Martin Schwalb kritisierte seine Spieler, die neun Minuten vor Schluss scheinbar souverän führten (29:21), auch vier Minuten später (30:24) noch locker spielen konnten, in der Schlussminute aber das 31:31 kassierten und sich bei Torhüter Johannes Bitter bedankten, der den Wurf von Rolf Herrmann parierte und damit den Sieg sicherte.
Bei den Gästen war man überzeugt, dass der Siegtreffer von Krzysztof Lijewski fünf Sekunden vor Schluss nicht hätte zählen dürfen, da angeblich ein Pfiff ertönt sei. "Er war so deutlich zu hören, dass es mir ein Rätsel ist, wieso so etwas unter den Tisch fallen gelassen wird", sagte TBV-Manager Volker Zerbe. Zudem kritisierten die Gäste, dass ein HSV-Spieler vor dem schnellen Anwurf, der zum Siegtreffer führte, noch in der Lemgoer Hälfte gestanden habe. Gäste-Coach Volker Mudrow: "Die Schiedsrichter haben 59 Minuten gut gepfiffen, eine Minute schlecht."
Während Lemgo im Rennen um die Europacup-Plätze einen Rückschlag erlitt und den Sprung auf Rang fünf verpasste, liegt der HSV mit 45:5 Punkten weiter vor Titelverteidiger Kiel (40:6), muss aber morgen schon wieder ran – beim Tabellen-Vierten SG Flensburg-Handewitt.
Richtig zufrieden waren die Hanseaten aber nicht. "Wir haben 50 Minuten überragend gespielt, aber in der Schlussphase den Ball nur noch weggeschmissen und Gegenstöße kassiert. Am Ende hatten wir einfach ein Schweineglück", sagte der dänische Rechtsaußen Hans Lindberg, der vor 12 810 Zuschauern gemeinsam mit Blazenko Lackovic mit jeweils sechs Toren bester HSV-Werfer war. Trainer Schwalb meckerte: "Wir haben mehrere Fehler gleichzeitig gemacht. Das darf nicht passieren."
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