Mönchengladbach: Gladbach will bewährte Kräfte halten
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 01.10.2011 - 02:30Mönchengladbach (RP). Roman Neustädter weiß, was er will. Er will für die Ukraine spielen, das Land, in dem er vor 23 Jahren geboren wurde. Als der Teammanager der Auswahl anrief und fragte, ob er sich das vorstellen könne, sagte er "Ja". Die Perspektive, im nächsten Jahr bei der "EM im eigenen Land" dabei zu sein, ist reizvoll. Nun müssen Passangelegenheiten geregelt werden, dann steht der Geschichte nichts mehr im Wege. Neustädter hat sich auch entschieden, dass er nach dem kontinentalen Turnier weiter für Borussia Mönchengladbach spielen will. Sein Vertrag endet im nächsten Sommer, "aber ich würde gern bleiben". Sein Manager hat erste Gespräche mit Sportdirektor Max Eberl geführt, auch Borussia will weiter mit Neustädter arbeiten.
Für Eberl ist die Personalie Neustädter "ein Transfer im eigenen Haus". Und ein solcher hat für ihn bei der Planung der nächsten Saison erste Priorität. Auch mit Tony Jantschke und Roel Brouwers, deren Arbeitspapiere wie das von Neustädter bis Sommer 2012 datiert sind, wurde bereits über eine Ausweitung der Arbeitsverhältnisse gesprochen. Unterschrieben ist noch nichts, doch in allen drei Fällen deutet fast alles auf eine Verlängerung hin. Mit Marc-André ter Stegen redet Eberl ebenfalls. "Sein Vertrag soll verändert werden", sagt der Manager. Ter Stegen ist mit einem Gegentor-Schnitt von unter 0,5 pro Spiel wesentlich an der Gladbacher Renaissance beteiligt. Man darf davon ausgehen, dass seine Bezüge künftig deutlich angehoben werden. Zudem soll die Vertragslaufzeit über 2014 hinaus ausgedehnt werden. Für nächste Woche ist die nächste Gesprächsrunde verabredet.
Sportlich indes begnügen sich die Borussen mit einer verkürzten Perspektive. Sie denken von Spiel zu Spiel, und das nächste Spiel ist heute in Freiburg. "Wir wollen nach vorn spielen, aber wir müssen Geduld haben", sagt Trainer Lucien Favre. Für all das ist auch Roman Neustädter zuständig. Er ist einer der beiden "Sechser" in Favres 4-4-2-System. Für Favre ist der Posten vor der Abwehr "die zentrale Position". So sieht es auch Neustädter: "Angriffe einleiten, das Spiel verlagern, es im richtigen Moment schnell machen", definiert er sein Aufgabenspektrum. Neustädter ist quasi der Spielentwickler aus der Tiefe.
Andere stehen mehr im Blickpunkt: Ter Stegen, Marco Reus, Igor de Camargo. Torverhinderer und Torschützen sind spektakulärer, "mein Job ist eher unauffällig", sagt Neustädter. Seinem Trainer ist aufgefallen, dass "er den Fußball sehr gut versteht und ein Spiel defensiv wie offensiv gut lesen kann". 2009 kam er aus Mainz, zunächst tat er sich schwer, haderte viel und verkrampfte. Er dachte aber über sich nach, brachte sich mehr ein. Seit dem ersten Spiel der vergangenen Rückrunde ist Neustädter in der Stammformation. Gegen Wolfsburg und Lautern spielte er den wichtigen Pass vor dem Zuspiel, das jeweils zu einem Tor führte.
Heute in Freiburg wird es darauf ankommen, die Ordnung zu bewahren und die Ruhe. "Freiburg hat eine starke Offensive, aber Schwächen in der Defensive. Wir müssen die Bälle im Mittelfeld gewinnen und das nutzen", sagt Neustädter.
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



