Gladbach verhindert Blamage
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 26.10.2011 - 02:30Heidenheim Borussia Mönchengladbach ist in der zweiten Runde des DFB-Pokals hauchdünn an einer Blamage vorbeigeschrammt. Nach einer über 120 Minuten schwachen und torlosen Vorstellung rettete sich der Bundesligist beim Drittligisten 1. FC Heidenheim über das Elfmeterschießen ins Achtelfinale. Torhüter Marc-André ter Stegen wurde zum Held für die Borussia, er parierte zwei Elfmeter – einen davon gegen den Ex-Borussen Andreas Spann. Für Borussia trafen alle Schützen.
Dabei war Mönchengladbach vor der Partie gewarnt. In der ersten Pokalrunde hatte Heidenheim Werder Bremen nach einem 0:1-Rückstand dank eines gehaltenen Elfmeters am Ende 2:1 aus dem Wettbewerb gekegelt. "Das ist eine gute Mannschaft, die das Potenzial hat, in die Zweite Liga aufzusteigen", befand auch Gladbachs Trainer Lucien Favre. Er kannte den Gegner – in der Saisonvorbereitung hatte Borussia zum Abschluss des Trainingslagers 3:1 in Heidenheim gewonnen. Inzwischen hatte sich einiges getan. Seit sechs Pflichtspielen war der Gastgeber vor der Partie ungeschlagen. Dementsprechend groß war die Euphorie: Die Partie gegen Borussia war innerhalb von ein paar Stunden restlos ausverkauft – trotz gesalzener Ticketpreise.
Im Vergleich zur blutleeren 0:1-Niederlage am vergangenen Wochenende in Hoffenheim hatte Trainer Favre nach drei sieglosen Spielen in Folge Handlungsbedarf ausgemacht: Rechtsverteidiger Tony Jantschke flog erstmals seit Favres Amtsantritt aus der Mannschaft, für ihn rückte Martin Stranzl auf die Außenbahn, während Roel Brouwers Stranzls Platz in der Innenverteidigung einnahm. Auch Thorben Marx kam ins Team, für ihn rückte Havard Nordtveit auf die Bank. Die Partie im grauen Betonklotz namens Voith-Arena geriet jedoch zu einer ziemlich zähen Angelegenheit. Borussia versuchte die Aufgabe spielerisch zu lösen, während sich die Heidenheimer auf die robuste Komponente verließen.
Das bekam vor allem Marco Reus zu spüren. Nach 17 Minuten humpelte der Nationalspieler bereits, nachdem er von FC-Verteidiger David Schittenhelm gefoult wurde. Es sollte nicht seine letzte schmerzhafte Erfahrung an diesem Abend sein. Weil Gladbach in der Ballannahme schlampte, erspielte sich Borussia kaum Tormöglichkeiten. Die größte Chance hatte zunächst Reus, als er nach 25 Minuten den Außenpfosten traf. Borussias neuformierte Abwehr stand weitgehend sicher – nur die Ex-Borussen Nico Frommer und Andreas Spann vermochten zunächst kleine Nadelstiche zu setzen.
Nach dem Seitenwechsel ging Gladbach die Aufgabe etwas konzentrierter an, erspielte sich langsam Chancen - die Beste für Reus, der frei im Strafraum zu lange zögerte. Es wurde zum Geduldsspiel. FC-Keeper Frank Lehmann rettete zehn Minuten vor dem Ende bravourös gegen Martin Stranzl, im direkten Gegenzug hielt Lehmanns Gegenüber ter Stegen in letzter Sekunde gegen Sandro Sirigu. Es sollten die letzten wirklich großen Chancen bleiben – die Partie plätscherte ins Elfmeterschießen. Mit dem Fehlschuss des Ex-Gladbachers Spann. Und dem glücklichen Ende für Borussia.
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