Mönchengladbach: Gladbach plant Zukunft mit Stranzl und Nordtveit
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 05.03.2011 - 02:30Mönchengladbach (RP). Gäbe es ein paar Klone von Lucien Favre, der Mann wäre wohl froh darüber. Er könnte all die Arbeit, die sein Trainerjob bei Borussia Mönchengladbach derzeit mit sich bringt, ein wenig verteilen. Jenseits der Videoanalysen des Alltags, mit denen er sein Team auf die Gegner, wie heute Hoffenheim, vorbereitet, tüftelt der Fußballprofessor aus der Schweiz schon an seiner Mannschaft für die neue Saison. Zwei, die er wohl als Fixpunkte einplant, dürften Martin Stranzl und Havard Nordtveit sein.
Der erfahrene Innenverteidiger aus Österreich und der laufstarke "Sechser" aus Norwegen sind im Winter gekommen, um Borussia besser zu machen. Und sie tun es. Stranzl ist zuweilen mehr als Dante die ordnende Hand im Zentrum der Verteidigung; Nordtveit ist für seine gerade mal 20 Jahre schon äußerst ausgebufft und der Chef im defensiven Mittelfeld. Zu Borussias Leidwesen heute Nachmittag aber nicht, denn er fällt für die Begegnung mit dem Angstgegner Hoffenheim aus. Bislang haben es die Mönchengladbacher noch nicht verstanden, einen Sieg gegen das Fußball-Projekt aus dem Kraichgau einzufahren. Beim nächsten Versuch steht von den beiden Eckpfeilern der Borussia-Zukunftsplanung also nur Stranzl auf dem Platz.
Sollte sich das Team, wie das viele erwarten, nicht in der Bundesliga halten, setzt die Vereinsführung große Hoffnungen auf Stranzl und Nordtveit in der nächsten Saison. Die Leistungen der beiden, die alle Rückrunden-Spiele über die volle Distanz bestritten haben, geben Anlass dazu. Nordtveit hat trotz seiner Jugend das Zeug, ein Team zu führen. Er beeindruckte mit seiner Dynamik, und er hat ein hohes Spielverständnis. Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn einer bei Arsenal London ausgebildet wurde und zumindest zu Beginn seiner Laufbahn beim englischen Hauptstadtklub als eines der großen Talente auf dem Kontinent gehandelt wurde. Für den Norweger ist Mönchengladbach eine Gelegenheit, so richtig Fuß zu fassen im Profifußball. Stranzl hat das längst getan. Er kann unter anderem auf Champions-League-Erfahrung verweisen.
Beide, das versichert Sportdirektor Max Eberl, haben Verträge bis 2013, die auch für die Zweite Liga gelten. Zwar hat Arsene Wenger, der Übertrainer von Arsenal London, gesagt, Nordtveit sei nur eine Leihgabe an die Borussen. Doch Eberl versichert: "Havard gehört uns." Nun heißt das nichts im Profifußball. Deswegen wird auch über die Zukunft von Marco Reus spekuliert. Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hat den Rotblonden, dessen Vertrag in Gladbach bis 2015 läuft, auffällig gelobt nach dem Hinspiel, zumal der Dortmunder Reus gut passen würde ins Ensemble des BVB. Dass Manchester United Interesse nachgesagt wird, dürfte Reus als Ehre empfinden. Der Hamburger SV soll ebenfalls ein Auge auf den Offensivspieler haben. Eine Reus-Debatte wird es nach der Saison geben, egal in welcher Liga die Borussen spielen.
Favre gibt sich zuversichtlich. "Es sind 30 Punkte im Spiel, wir haben noch die Chance", sagt er. Dass er "sechs, sieben" Siege braucht, wie er bei seinem Amtsantritt sagte, weiß er. Einen hat er nach zwei Spielen.
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