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Mönchengladbach: Gladbach fehlt noch die Dominanz

VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 24.09.2011 - 02:30

Mönchengladbach (RP). Dante, der Abwehrmann, grinst. Rainer Bonhof, der Vize-Präsident, schaut streng. Und Lucien Favre spielt alles herunter. "Wir spielen mit dem gleichen Team, das vor wenigen Monaten noch gegen Bochum in der Relegation gespielt hat. Die Mannschaft hat gerade so den Abstieg verhindert. Darum wäre es unseriös, zu viel zu erwarten", sagt der Trainer.

Es geht um die Frage, ob Borussia, die aktuell mit 13 Punkten Dritter der Bundesligatabelle ist, ein Spitzenteam hat oder nicht. Zuletzt gegen Kaiserslautern und in Hamburg gab es recht abgeklärte 1:0-Siege, die in einem Stil errungen wurden, der durchaus eines Topteams würdig war: Die Gegner hatten wenig Chancen, die Gladbacher spielten ihr Spiel mit Geduld und taten in den entscheidenden Situationen das Richtige. Heute hat Borussia gegen den 1. FC Nürnberg die Gelegenheit, sich mit dem dritten Heimsieg weiter in der Tabellenspitze festzusetzen.

Rainer Bonhof war als Spieler dabei, als Gladbach vor 35 Jahren einen ebenso guten Start hinlegte wie das aktuelle Ensemble. Damals wurde Gladbach Meister. Doch von solchen Dingen mag niemand hier reden. Die Fans vielleicht, aber nicht die Macher im Klub. Bonhof hat jüngst im Freundeskreis angeregt, in Gladbach eine Seilerei aufzumachen. "Damit man Lassos herstellen kann, um die Leute einzufangen", sagt er. Träumen ist also verboten. Erlaubt ist, die Situation, den Höhenflug, zu genießen. "Der Trainer und die Mannschaft arbeiten daran, dass es so lange wie möglich so bleibt", sagt Bonhof.

Gegen Nürnberg könnte es kompliziert werden. "Nürnberg ist gut organisiert und schwer zu bespielen", sagt Hans Meyer, der beide Klubs trainierte und zu Gladbachs Präsidium gehört. "Wir müssen um jeden Punkt kämpfen", sagt Lucien Favre. So sieht es auch Dante, der wie seine Kollegen die offiziele Diktion des Klubs verinnerlicht hat. "Bevor wir nicht 40 Punkte haben, müssen wir über nichts reden. Das ist das erste Ziel, wenn wir das erreicht haben, sehen wir weiter", sagt der Brasilianer.

Er wird gegen Nürnberg wieder mit Martin Stranzl verteidigen, der ins Team zurückkehrt, weil Roel Brouwers ausfällt. Auch Stranzl findet es "verfrüht", Borussia als ein Spitzenteam zu definieren. "Dazu gehört mehr Powerplay, mehr Dominanz. Man muss den Gegner so beherrschen, dass er sich nicht befreien kann." Das 4:1 gegen Wolfsburg sei "optimal" gewesen, ansonsten habe es immer Ansätze für Verbesserungen gegeben. Wie in Hamburg: "Da haben wir uns in den ersten 45 Minuten nicht gut bewegt und hatten zu wenig Ballbesitz."

Das soll gegen Nürnberg anders werden. "Wir geben jede Woche alles", versichert Dante. Favre aber bleibt verschlossen, wenn es um die Zukunft geht. "Wir schauen von Spiel zu Spiel. Und das Wunder, das hat es schon gegeben", sagt der Schweizer. Er meint die Relegationsrettung. Favre hat sich diese Sätze auf einen Zettel geschrieben und säuberlich abgelesen. So hat er den Wortlaut parat, falls der Höhenflug seines Teams anhält.

Quelle: RP


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