Mönchengladbach: Gladbach braucht noch drei Siege
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 12.04.2011 - 02:30Mönchengladbach (RP). Nach dem 5:1-Sieg gegen den 1. FC Köln herrscht bei Borussia wieder Zuversicht, den Klassenverbleib noch schaffen zu können. Mit Erfolgen in Mainz, gegen Freiburg und beim Hamburger SV soll es der Bundesligist wenigstens noch in die Relegation schaffen.
Ein bisschen was hat dann doch gefehlt zum perfekten Tag. Marc-André ter Stegen, der Torwart-Debütant der Gladbacher, hätte gern die Null gehalten in seinem ersten Bundesligaspiel. Das verhinderte der Treffer von Milivoje Novakovic, der die Kölner 1:5-Blamage im rheinischen Derby zumindest ein wenig freundlicher gestaltete. Und den Rekord, als jüngster Torhüter in die Geschichte einzugehen, verpasste ter Stegen um 72 Tage, weil Uwe Kamps eben diese jünger war, als er im Alter von 18 Jahren und 273 Tagen erstmals im Borussentor stand. Gleichwohl hatte ter Stegen das gute Gefühl, seinen Teil dazu beigetragen zu haben, dass "wir weiter Hoffnung haben".
Zum Feiern indes gibt es noch lange keinen Anlass in Mönchengladbach, trotz des höchsten Sieges im Borussia-Park, den die Borussen ausgerechnet im 100. Spiel, das sie in ihrem Eigenheim machten, zuwege brachten. "Jetzt sind wir wieder richtig dran", verwies Kapitän Filip Daems aber auf die nur noch zwei Punkte Abstand zum Relegationsrang 16. Platz 15, der eine Rettung ohne Wenn und Aber bedeuten würde, ist vier Punkte entfernt.
Das erste Ziel, das die Borussen angesichts der Faktenlage im Auge haben, ist aber die Relegation. Am 19. und 25. Mai sind die Spiele gegen den Dritten der Zweiten Liga, wobei der Bundesligist zuerst Heimrecht hat. Augsburg, Bochum, und Greuther Fürth sind aktuell die möglichen Anwärter auf Platz drei im Unterhaus. Allesamt keine Gegner, die einem gestrauchelten Erstligisten nicht gleichwertig sein würden. Und doch wären diese beiden definitiven Endspiele um den Verbleib in der Bundesliga derzeit für die Borussen fast so erfreulich wie die sechste Meisterschaft.
Drei Siege, das hat Trainer Lucien Favre seinem Team vorgerechnet, braucht es mindestens noch, um hoffen zu dürfen, noch zwei Konkurrenten hinter sich zu lassen. "Es wird schwer", beliebt der Schweizer zu sagen, immer aber verbunden mit dem Hinweis darauf, dass es "möglich ist". Borussia Dortmund kommt noch, und damit nicht nur der wohl künftige Meister, sondern auch das beste Auswärtsteam. In Hannover muss sich Gladbach mit dem Durchstarter der Saison messen, der zudem die beste Heimbilanz aller Erstligisten hat. Da scheinen doch eher das Heimspiel gegen Freiburg und die Auswärtspartie beim Hamburger SV Ansatzpunkte positiver Ertragsrechnungen zu sein. Und natürlich soll die Reise am Freitag nach Mainz drei Punkte einbringen. Was das Spiel dort angeht, sind sich alle Borussen einig: "Da müssen wir gewinnen."
Dass alle kommenden Konkurrenten im oberen Drittel der Liga logieren, "könnte für uns sogar ein Vorteil sein. Denn wir haben gegen Mannschaften, die höher stehen, meistens besser ausgesehen", sagt Mittefeldspieler Thorben Marx. Den Blick zurück verbietet er sich. Allein ein Heimsieg gegen Stuttgart, gegen das Borussia nach einer 2:0-Halbzeitführung 2:3 verlor, hätte jetzt schon Rang 15 gebracht.
"Wir haben viele Chancen vergeben in dieser Saison, diese müssen wir jetzt nutzen", weiß Marx. "Wo und gegen wen wir spielen, ist egal, wir müssen punkten", sagt Lucien Favre. Gewinnt Borussia in Mainz, stünde sie zumindest über Nacht auf Rang 16. Die dann flugs ausgedruckte Tabelle könnte ein Motivationsschub werden, würde sie doch zeigen: Es geht. Solcher Hilfsmittel bedarf es indes wohl nicht mehr. "Wer jetzt nicht motiviert ist, der sollte die Koffer packen und gehen", sagt Stürmer Mike Hanke.
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