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Frankfurt schockt auswärtsschwache Bayern

zuletzt aktualisiert: 22.03.2010 - 02:30

Frankfurt/M. (sid) Nur 24 Stunden nach dem Hammerlos Manchester United in der Champions League erlebte der FC Bayern München in der Bundesliga sein Deja-vu. Zwei Gegentore innerhalb von zwei Minuten nach einer 1:0-Führung - das kennt man beim deutschen Fußball-Rekordmeister: Wie 1999 im Finale der Königsklasse gegen ManU unterlagen die Bayern diesmal beim Außenseiter Eintracht Frankfurt kurz vor Schluss noch 1:2.

"Wir dürfen jetzt nicht in Panik geraten. Schließlich sind wir ja keine Maschinen", sagte Bayern-Kapitän Mark van Bommel. Die Münchner waren mit ihren Gedanken offenbar schon bei den beiden Viertelfinals gegen Manchester. Das Team von Trainer Louis van Gaal wollte den Gastgeber im Schongang schlagen, doch das rächte sich. "Sicher ist es einfacher, sich gegen Manchester zu motivieren als gegen die Eintracht", sagte Bastian Schweinsteiger, der das aber nicht als Ausrede für die anhaltend schwachen Leistungen auf fremden Platz gelten lassen wollte: "Auswärts haben wir zuletzt nicht überzeugt. Wenn man Meister werden will, muss man aber auch auswärts gewinnen."

Auch zu den Titelkonkurrenten Schalke 04 und Bayer Leverkusen müssen die Bayern in den kommenden drei Wochen noch reisen. Zunächst müssen die Münchner am Mittwoch aber in Gelsenkirchen um den Einzug in das DFB-Pokalfinale kämpfen.

Die Vorfreude auf das Wiedersehen mit Ex-Coach Felix Magath hielt sich nach dem Ende der Serie von 19 Bundesligaspielen ohne Niederlage in Grenzen. "So ein Scheiß", schimpfte Innenverteidiger Holger Badstuber auf dem Weg in die Kabine. "Ich werde jetzt sicher nicht alles in Schutt und Asche reden", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger, der nicht von einer Krise reden wollte: "Es gibt immer mal wieder Phasen, in denen es nicht so läuft. Aber wir sind der FC Bayern und werden uns gegen unsere direkten Konkurrenten besser präsentieren. Und zum Glück haben wir ja gleich das nächste wichtige Spiel am Mittwoch."

Dann können die Bayern mit Franck Ribéry (Sprunggelenk wieder belastbar), Ivica Olic (Wadenprellung kuriert) und Daniel van Buyten planen. Der belgische Verteidiger zog sich eine schmerzhafte Prellung des Jochbeins zu. Trainer van Gaal bezeichnete den Wechsel von Hamit Altintop für van Buyten (80. Minute) als den "Wendepunkt" der Partie. "Wir hatten im Mittelfeld dann zu viele Ballverluste und sind in der Defensive unter Druck geraten", sagte der Holländer.

Nach dem 1:0 durch das zweite Saisontor von Nationalstürmer Miroslav Klose (7.) hatte der kurz zuvor eingewechselte Altintop den Ball ohne Not im Mittelfeld vertändelt. Dieser Fehler führte zum verunglückten Rückpass von David Alaba auf Keeper Jörg Butt. Juvhel Tsoumou sprintete dazwischen und spitzelte den Ball zum 1:1 und zu seinem ersten Bundesliga-Tor über die Linie (87.). 104 Sekunden später nahm sich der ebenfalls eingewechselte Martin Fenin ein Herz und erzielte mit einem fulminanten Schuss den Siegtreffer. Van Gaal nahm den 17 Jahre alten Alaba in Schutz: "Die großen Fehler wurden vor seinem Pass gemacht."

Bei der Eintracht herrschte nach zuvor drei Niederlagen in Folge wieder große Euphorie. Die Spieler tanzten freudetrunken auf dem Platz, und auch Trainer Michael Skibbe zeigte sich wegen des Sieges gegen einen Großen der Liga glücklich. "Endlich haben wir uns mal nicht ins Hemd gemacht. Ich bin mächtig zufrieden und richtig stolz auf mein Team. Nach dem 0:1 hat die Mannschaft eine tolle Reaktion gezeigt und sich den Ausgleichs- und auch den Siegtreffer verdient", sagte Skibbe.

Quelle: Rheinische Post

 
 
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