Fortuna feiert den Derby-Sieg
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 - 02:30Die Fußball-Profis des MSV Duisburg dürfen sich auf einige unangenehme Tage einstellen. "Wir haben eine ganze Woche daran gearbeitet, es besser zu machen als gegen St. Pauli", sagte Trainer Milan Sasic – und man merkte ihm deutlich an, wie sehr er sich um Fassung bemühte. "Statt dessen machen wir dieselben Fehler erneut. Ich muss lachen über die Art und Weise, in der wir Fortuna zu Toren eingeladen haben."
Die so angesprochenen Düsseldorfer lachten gern mit – allerdings ohne die Bitterkeit, die aus Sasic' Worten sprach. Der Aufsteiger gewann das Westderby der 2. Bundesliga 2:0, beherrschte den mit weit größeren Ambitionen angetretenen Nachbarn dabei eindeutig. "Es war ein verdienter Sieg Fortunas", meinte Sasic. "Unsere Bemühungen hatten nicht die nötige Qualität. Das war absolut zu wenig."
Der MSV hatte einen gebrauchten Tag erwischt und muss sich bei nun elf Punkten Rückstand auf die direkten Aufstiegsränge und deren vier auf den Relegationsplatz vorerst von seinen Erstliga-Träumen verabschieden. Fortuna dagegen stürzte sich nach dem Rückschlag von Koblenz, als sie 0:1 verlor, gleich ins nächste Stimmungshoch. Die Düsseldorfer unter den 48 250 Zuschauern in der ausverkauften Esprit-Arena feierten ausgelassen, und angesichts der neuen Fortuna-Leidenschaft in der Landeshauptstadt darf der Klub nun wohl selbst gegen den Tabellenletzten Rot-Weiss Ahlen am 19. Februar mit einer großen Kulisse rechnen.
Gestern betrieb die Mannschaft von Trainer Norbert Meier die beste Werbung dafür. "Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir eine unheimliche Laufbereitschaft gezeigt", sagte der Coach. "Ich bin heute insgesamt nicht unzufrieden, und das ist selten bei mir." Statt mit dieser hanseatischen Coolness hätte er das Geschehen der ersten 45 Minuten auch anders beschreiben können. Zum Beispiel damit, dass der Aufsteiger den MSV phasenweise regelrecht zerlegte. In der ersten Viertelstunde musste Gästekeeper Tom Starke zweimal im letzten Moment klären – und dann ließ ausgerechnet er einen harmlosen Schuss von Andreas Lambertz ins Netz rutschen. Sieben Minute später legte Martin Harnik ein absolutes Traumtor nach, und mit dem 2:0-Pausenstand waren die Duisburger noch bestens bedient.
Nach dem Wechsel kontrollierte Fortuna das Geschehen, was sich nicht zuletzt daran ablesen ließ, dass die Gäste zu keiner nennenswerten Torchance kamen.
Den MSV-Anhang frustrierte das Geschehen offenbar derart, dass die Blau-Weißen eine Rauchbombe nach der anderen zündeten, das Spielfeld mit Wurfgeschossen eindeckten und sogar ganze Sitzreihen aus der Verankerung rissen. Die Düsseldorfer Zuschauer ließen sich im Stadion davon nicht anstecken – sehr wichtig, nachdem der Deutsche Fußball-Bund Fortuna für den Fall neuer Ausschreitungen eine Platzsperre angedroht hat. Außerhalb der Arena kam es dann aber doch zu Randale zwischen den Fangruppen. Trauriger Abschluss eines Düsseldorfer Fußballfestes.
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