Düsseldorf: Fortuna: Böller verletzt Kameramann
VON BERND JOLITZ - zuletzt aktualisiert: 28.02.2011 - 02:30Düsseldorf (RP). Beim Zweitliga-Fußballspiel der Düsseldorfer gegen Osnabrück (2:1) explodierte ein Feuerwerkskörper neben einer Gruppe von Mitarbeitern des Stadionfernsehens. Zwei Männer mussten im Krankenhaus behandelt werden. Fortuna sieht gute Chancen, den Werfer zur Rechenschaft zu ziehen.
Im Grunde war alles angerichtet für einen schönen Fußball-Nachmittag. Zweitligist Fortuna Düsseldorf ging mit einer Serie von acht Heimsiegen in die Partie gegen den VfL Osnabrück, und die sehr beachtliche Zahl von 22 212 Zuschauern wollte miterleben, wie die Düsseldorfer mit der Nummer neun einen Vereinsrekord aufstellen. Der gelang schließlich mit dem 2:1 über die Niedersachsen auch. Schon in der fünften Minute aber degradierten ein paar Chaoten im Fortuna-Fanblock diesen Erfolg zur Nebensache. Sie warfen einen Feuerwerkskörper so dicht neben eine Gruppe von Mitarbeitern des Stadion-Fernsehens, dass drei Männer zusammenbrachen.
Sofort waren Fortunas Mannschaftsarzt Dr. Ulf Blecker und einige Sanitäter zur Stelle. Ein Opfer war schnell wieder auf den Beinen, blieb nahezu unverletzt. Ein Kameramann und ein weiterer Mitarbeiter aber mussten wegen der Böllerattacke ins Krankenhaus gefahren werden. Nach Spielende durfte Düsseldorfs Finanzchef Paul Jäger Entwarnung geben: "Gott sei Dank ist nichts Schlimmeres passiert. Beide Verletzten haben ein schweres Knalltrauma, sind aber schnell aus dem Krankenhaus entlassen worden und konnten wieder ins Stadion zurückkehren."
Es war das glimpfliche Ende einer Geschichte, die tragisch hätte ausgehen können. Der frühere Fortuna-Torhüter Georg Koch zum Beispiel musste seine Karriere beenden, weil er sich nie mehr von den Folgen einer Innenohrschädigung erholte. Diese hatte Koch erlitten, als ein Feuerwerkskörper neben dem damals für den kroatischen Klub Dinamo Zagreb spielenden Keeper detonierte. Auch die Fernseh-Mitarbeiter hätten schwere Verletzungen am Trommelfell oder Beeinträchtigungen des Gleichgewichts-Sinns erleiden können.
Paul Jäger richtete sich in der Halbzeitpause mit einer Ansprache an die Fans. "Drei Verletzte, davon zwei auf dem Weg ins Krankenhaus, da hört bei mir der Spaß auf", sagte der Finanzchef über die Stadionlautsprecher. "Ich erwarte von euch jetzt Zivilcourage und Mut, ich erwarte von euch, dass ihr uns den Täter nennt und ausliefert."
Der Wunsch des Vorstands scheint nicht ungehört zu verhallen. Bereits gestern meldete sich ein Zuschauer bei Jäger, der den Böllerwerfer angeblich identifizieren kann. Es soll sich sogar um denselben Chaoten handeln, der am vergangenen Spieltag beim 0:2 in Bochum einige bengalische Feuer im Düsseldorfer Block entzündet hatte. "Am Montag klären wir die Einzelheiten", berichtete Jäger.
Sportlich klärten die Düsseldorfer erst in der 89. Minute alles. Sascha Rösler, der in der ersten Hälfte bereits das 1:0 erzielt hatte, verwandelte einen Freistoß vom rechten Strafraumeck direkt zum 2:1-Endstand. Der neunte Heimsieg in Serie war hochverdient, da Fortuna vor dem vermeidbaren 1:1 etliche Großchancen ausgelassen hatte.
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