Düsseldorf: Fitschens Marathon-Debüt wird zur Quälerei
VON THOMAS MEINDERS - zuletzt aktualisiert: 09.05.2011 - 02:30Düsseldorf (RP). So hatte sich Jan Fitschen seinen ersten Marathonlauf nicht vorgestellt. Beim Metro Group Marathon in Düsseldorf musste der 10 000-Meter-Europameister von 2006 Wind und Sonne Tribut zollen und blieb in 2:20:15 Stunden beim Sieg des Kenianers Nahashon Kimaiyo letztlich weit hinter seinem erklärten Ziel zurück
"Man hat gesehen, was die Faszination Marathon ausmacht", sagte der 34-Jährige im Ziel. "Es gehört einfach soviel dazu, damit es optimal läuft. Aber das Ergebnis ist schon sehr, sehr ärgerlich." 2:15 Stunden hatte er sich im Hinblick auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele in London 2012 vorgenommen – bis zur Halbzeit des Rennens lag er sogar knapp vor der avisierten Durchgangszeit. Doch dann lief alles schief.
Die Gruppe, die zuvor gut zusammengearbeitet hatte, brach bei Kilometer 23 völlig auseinander. "Auf einmal waren alle weg, einer nach vorne, drei nach hinten. Und ich stand alleine im Wind", erzählt Fitschen. Von da an wurde er immer langsamer: "Das war total grausam." Doch Aufgeben, wie es so mancher Mitfavorit in diesem von den äußeren Bedingungen beeinträchtigten Rennen machte, wollte er auf keinen Fall. Mehr als fünf Minuten verlor Fitschen gegenüber seinem Plan, konnte seinem Marathon-Debüt, das er immerhin als Achter und damit bester Deutscher abschloss, zumindest etwas Positives abgewinnen: "Es war eine Quälerei. Aber ich bin wohl einer der wenigen, die heute persönliche Bestleistung gelaufen sind", sagte er.
Denn der Wattenscheider war mit seinen Problemen in der Schlussphase nicht alleine. Einzig der zweitplatzierte Ukrainer Vasyl Remshchuck konnte sich auf der zweiten Hälfte noch einmal steigern. Die hochgehandelten Favoriten fielen weit zurück oder stiegen aus. Sieger Kimaiyo hatte alles auf eine Karte gesetzt, sich bereits bei Kilometer 20 gelöst und war dem Sieg in 2:10:53 Stunden schließlich im Alleingang entgegengelaufen.
Bei den Frauen wurde die Äthiopierin Merima Mohammed ihrer Favoritenstellung gerecht. Die 18-Jährige verfehlte zwar den Streckenrekord der ehemaligen deutschen Spitzenläuferin Luminita Zaituc. In 2:28:14 Stunden legte sie allerdings die zweitbeste je in Düsseldorf gelaufene Zeit hin.
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