Mönchengladbach: Favre sieht Borussia gerüstet
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 06.08.2011 - 02:30Mönchengladbach (RP). Mönchengladbachs Trainer will, dass sich sein Team nicht vor Gegner Bayern München versteckt. Auch wenn die Statistik gegen den Rekordmeister nicht gut aussieht – der Schweizer freut sich auf den Saisonstart.
Wie stoppt man einen Arjen Robben oder Franck Ribéry? Lucien Favre lacht. "Das ist eine gute Frage", sagt der Trainer von Borussia Mönchengladbach gelassen. Eine Antwort sollte der Schweizer möglichst trotzdem parat haben. Denn morgen, etwa gegen halb sechs, wäre es extrem hilfreich, wenn Favre seiner Mannschaft rechtzeitig ein Mittel gegen "Robbery", das Star-Duo des FC Bayern München, vermittelt hätte.
Auch wenn noch nicht endgültig geklärt ist, ob die beiden Stars des Rekordmeisters morgen Abend zum Saisonauftakt auflaufen, ist Favre relativ gelassen. "Wir können es sowieso nicht ändern", sagt er. "Und müssen deshalb auf alles vorbereitet sein." Dem Trainer ist auch völlig egal, ob sein Team direkt zum Start oder erst später gegen Bayern spielen muss. "Das ist egal", sagt der 51-Jährige.
Und auch wenn es immer heißt: "Lieber die Bayern zu Beginn, dann sind die noch nicht so eingespielt" – die Statistik sagt etwas anderes. Denn in den vergangenen zehn Jahren gewann München sechs seiner Auftaktpartien, spielte drei Mal Remis – und verlor nur ein einziges Mal. Das jedoch ausgerechnet gegen Mönchengladbach, vor rund zehn Jahren im Borussia-Park. 1:0 für Gladbach hieß es damals.
Ein gutes Omen? Nicht wirklich. Denn in der Heimat, ob Allianz-Arena oder Olympiastadion, sind die Bayern zum Auftakt in jüngerer Vergangenheit nicht zu schlagen. Ein Remis schnappte sich der Hamburger SV vor drei Jahren – sonst verbuchte Bayern in den letzten zehn Jahren nur Heimsiege.
Keine beruhigenden Aussichten für Gladbach, das in seiner gesamten, doch so ruhmreichen Historie genau ein einziges Spiel in München gewinnen konnte. Die Fans der Borussia können den Spielverlauf vom 14. Oktober 1995 herunterbeten. Das Führungstor durch Stefan Effenberg, Andreas Herzog, der den Ball ins eigene Tor bugsiert, das Zittern nach dem späten Anschlusstreffer durch Jean-Pierre Papin. Ein Sieg. Dem gegenüber stehen 36 (in Worten: sechsunddreißig) Niederlagen der Borussia an der Isar.
Geschichten, die rund um den Borussia-Park keiner mehr hören kann. "Dass es eine enorm schwere Saison wird, wissen wir doch", sagt Favre. "Wir müssen von Anfang an um jeden Punkt kämpfen." Also auch in München. "Wir dürfen keine Angst haben", sagt Favre. "Sondern müssen versuchen, Auswärts so wie zu Hause zu spielen – also auch mit Pressing."
Der Ausfall eines Schlüsselspielers macht das Unterfangen indes nicht leichter. Martin Stranzl hat diese Woche nicht trainiert – der Einsatz des Österreichers am Sonntag ist sehr fraglich. Heute, im Abschlusstraining, wird entschieden, ob der Abwehrchef mit nach München reisen wird.
Trotz der kleinen Fragezeichen – am Ende überwiegt die Freude darüber, dass es endlich losgeht. Und Lucien Favre wirkt trotz der schweren Aufgabe ziemlich entspannt. "Ich freue mich, dass es beginnt", sagt der Coach. "Wir sind gut vorbereitet und werden alles geben."
Ein letzter Griff in die Statistikkiste: Das letzte Mal, dass Bayern ein Heimspiel zum Auftakt verlor, war 1997. Kaiserslautern gewann damals 0:1 im Olympiastadion. Und wurde rund neun Monate später Deutscher Meister. Eine Info, über die Lucien Favre bestimmt herzhaft lachen würde.
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