Mönchengladbach: Favre: Schalke-Spiel ist Vorbild
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 25.02.2011 - 02:30Mönchengladbach (RP). Lucien Favre mag in diesen Tagen nicht über Dinge reden, die nichts mit dem Spiel der Borussen heute beim VfL Wolfsburg zu tun haben. Schon gar nicht darüber, dass zu hören ist, dass er vor kurzen noch mit Dieter Hoeneß, dem Manager der Wolfsburger, beisammensaß und darüber verhandelte, eventuell als Retter in Wolfsburg einzusteigen. "Wir haben uns öfter getroffen, ja. Sonst sage ich dazu nichts. Ich arbeite für Mönchengladbach", sagt Favre. Gleiches gilt für sein Verhältnis zu Hoeneß generell. Als Favre noch Trainer und Hoeneß Manager von Hertha BSC Berlin waren, stand es nicht zum Besten mit dem Verhältnis der beiden. "Wir haben jetzt aber einen guten Kontakt", sagt Favre. Entsprechend werden er und Hoeneß freundlich miteinander plaudern, wenn sie heute Abend vor dem Spiel über eben dieses sprechen beim Bezahlsender Sky.
Auch da wird Favre sicher nur über Fußball reden. Der ist anders geworden in Gladbach, seit er Trainer ist. Zumindest, was das Resultat angeht. Gegen Schalke haben die Borussen gut gespielt, vor allem aber haben sie 2:1 gewonnen. "Und in unserer Situation ist das Ergebnis nun mal das Wichtigste", sagt Sportdirektor Max Eberl.
So wird es auch in Wolfsburg sein. Ein hübsches Spiel ohne Ertrag würde nichts bringen. "Wenn wir dort gewinnen, sind wir wieder richtig dran, damit könnten wir unseren Heimerfolg vergolden", sagt Patrick Herrmann. Zumal Wolfsburg ein Konkurrent im Abstiegskampf ist, der nur vier Punkte mehr hat. Vor drei Wochen, nach dem 1:0 in Frankfurt, war die Situation ähnlich. Doch Gladbach verlor 2:3, nachdem es eine Halbzeit lang geglänzt und zur Pause 2:0 geführt hatte. Gegen Schalke wurde ein Rückstand gedreht mit viel Spielfreude – was Favres Debüt zu einem perfekten machte.
Der Trainer hat auch in dieser Woche viel mit dem Team gearbeitet, und er hat wieder viel mit seinen Spielern gesprochen. Er weiß um die Qualität des Gegners, redet diesen aber nicht stark. Er spornt seine Spieler an, mutig zu sein. "Wir wollen spielen wie zu Hause", sagt Favre. Er meint damit wohl allein das Treffen mit Schalke 04, zumindest, was das Ergebnis angeht, denn sonst gab es in dieser Saison ja keine Siege im Borussia-Park. Das Schalke-Spiel taugt indes zum Vorbild: ratzfatz und rotzfrech ging es nach vorn, defensiv wurde den Gelsenkirchenern kaum etwas erlaubt. Personell wird Favre wohl auf die Spieler setzen, die Schalke geschlagen haben, auch wenn er noch Restgedanken im Kopf hat, etwas zu ändern.
Favre weiß, dass es im Fußball auf Details ankommt. Ein paar Meter auf dem Spielfeld, die gelaufen werden oder nicht, entscheiden, ob das Spiel einer Mannschaft funktioniert. So sei auch zu erklären, warum ein so hochwertig besetztes Team wie Wolfsburg unten dabei ist. Ob seine Gespräche mit Dieter Hoeneß im Nachhinein wichtige Informationen für das Spiel heute abgeworfen haben? "Dazu sage ich nichts", sagt Favre. Er sagt, er schaut nur nach vorn. Die Treffen mit Hoeneß sind Vergangenheit. Vorn ist das Spiel in Wolfsburg.
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