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Borussia Mönchengladbach: Favre lässt Borussia zappeln

VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 07.01.2012 - 02:30

Mönchengladbach (RP). Der Coach gibt im Trainingslager Belek kein klares Bekenntnis ab, ob er seinen Vertrag in Mönchengladbach bis 2013 erfüllt. Er soll beim FC Bayern weit oben auf der Liste potenzieller Nachfolger von Heynckes stehen.

Belek Ein eindeutiges Bekenntnis blieb aus. Ob er in der kommenden Saison noch bei Borussia Mönchengladbach auf der Bank sitzen und seinen bis 2013 laufenden Vertrag erfüllen würde, wurde Lucien Favre im Trainingslager in Belek gefragt. "Darüber will ich nicht sprechen", sagte der Fußballlehrer nur. Zuvor hatte der Schweizer Gerüchte zurückgewiesen, dass er Mönchengladbach im Sommer verlassen wolle – allerdings einzig mit dem Hinweis, seine Aussagen seien "aus dem Kontext" gezogen worden. Doch ein "Ja, ich bin auch nächste Saison Gladbachs Trainer" gab er nicht.

Lucien Favre macht Druck. Der ambitionierte Schweizer will den Erfolg mit Borussia. Diesen sieht er stark gefährdet, wenn in Marco Reus (zu Borussia Dortmund) und Roman Neustädter (Schalke 04?) zwei seiner besten Spieler den Verein im Sommer verlassen. Favre braucht und fordert Verstärkungen. Doch das formuliert er nicht direkt, sondern über den Umweg des öffentlichen Drucks.

Ein ähnliches Schauspiel lieferte der Coach bereits in der Vorbereitung auf die aktuelle Saison, als sich Favre urplötzlich unzufrieden über das vorhandene Spielermaterial Borussias äußerte. Ein taktisches Manöver, um die Vereinsschatulle noch einmal zu öffnen. Damals konnte sich der Trainer jedoch nicht durchsetzen. Borussia hatte im Abstiegskampf zu viel Geld verloren, konnte sich keine großen Sprünge leisten. Es blieb bei einem Sturm im Wasserglas.

Die Situation ist inzwischen eine andere. Unter Favre hat Borussia nicht nur den sensationellen Klassenerhalt geschafft, sondern auch noch eine unglaubliche Hinrunde gespielt. Der Erfolg der Mannschaft wird eng verknüpft mit der Arbeit des Trainers. Das weiß Favre, der seinen gewachsenen Status ziemlich genau einschätzt. Und er will verhindern, dass sich eine Situation wie vor drei Jahren in Berlin wiederholt, als sich bei Hertha BSC seine besten Spieler verabschiedeten – und er kurz darauf entlassen wurde. Sportdirektor Max Eberl muss nun investieren, um seinen Trainer bei Laune zu halten. Und er kann es auch, nicht nur dank der vielen Millionen für Reus.

Sein neuer Stellenwert macht Favre attraktiv. Zum Beispiel für Rekordmeister FC Bayern München. Dem Vernehmen nach steht der Schweizer in München weit oben auf der Liste potenzieller Nachfolger des nicht jünger werdenden Jupp Heynckes (66) – unter anderem neben dem Dortmunder Trainer Jürgen Klopp.

Vorläufig will sich Gladbachs Coach nur auf die Rückrunde konzentrieren. Die Vereinsführung, so Favre, spreche von 40 Punkten, die es zu erreichen gilt. Doch er will weiter "von Spiel zu Spiel denken. 33 Punkte haben wir geholt, und die waren verdient. Aber wir müssen weiter um jeden Punkt kämpfen". Die Befürchtung, dass der Trubel um Marco Reus Auswirkungen auf die Mannschaft haben könnte, hat der 54-Jährige nicht. "Marco macht einen guten Eindruck, er wird eine super Rückrunde spielen", sagte er. "Auch die Mannschaft trainiert hart, wir sind bereits sehr weit."

Natürlich war Favre, so sagt er, über die verkündeten Abschiede von Reus und Neustädter enttäuscht. "Doch man muss diese Entscheidungen akzeptieren", erklärt der Trainer. "Das gehört dazu, so ist das Leben. Es ist sein gutes Recht, das so zu machen, wie er es getan hat."

Quelle: RP


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