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Mönchengladbach: Favre: "Ich denke, Dante bleibt"

VON ANDRÉ SCHAHIDI UND KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 22.02.2012 - 02:30

Mönchengladbach (RP). Borussias Trainer Lucien Favre hat den zuletzt schwindenden Mönchengladbacher Hoffnungen, Abwehrchef Dante am Niederrhein zu halten, neues Leben eingehaucht. Auf die Frage nach den Gerüchten, nach denen sich der Brasilianer bereits mit dem FC Bayern München über einen Wechsel im Sommer einig sei, antwortete Favre: "Ich denke nicht, dass das klappt. Ich glaube, er bleibt." Für den Schweizer, der sich sonst eher nebulös ausdrückt, ungewohnt deutliche Worte.

Ganz so konkret wie der Trainer wollte sich Borussias Vizepräsident Rainer Bonhof jedenfalls nicht äußern, sagte aber unserer Zeitung: "Wir sind mit Dante in guten Gesprächen, und ich bin guter Dinge, dass es ein positives Ende haben wird. Es ist doch alles eingetroffen, was sich Dante gewünscht hat." "Alles" bedeutet in diesem Fall: ein Platz im internationalen Wettbewerb. Und den hat Borussia mit 46 Punkten und zwölf Zählern Vorsprung auf den ersten nicht-europäischen Rang so gut wie sicher.

Fraglich ist jedoch, welcher Wert dem Favreschen Orakel beigemessen werden sollte. Bereits im vergangenen Jahr deutete der Schweizer an, Borussia würde noch lange Zeit Freude an Marco Reus haben – nur ein paar Wochen später verkündete Gladbachs Torjäger seinen Wechsel nach Dortmund. Ein ähnlicher Verlauf ist im Fall Dante allerdings nicht vorgezeichnet. Schließlich kokettierte der Brasilianer trotz jeweils laufender Verträge mehrfach, zuletzt nach dem Klassenerhalt im Mai, mit Abwanderungsgedanken – um am Ende, nach einem üppigen Gehaltsaufschlag, zu betonen, wie glücklich er doch in Gladbach sei.

Dabei wäre das immer schneller rotierende Gerüchtekarussell so leicht zu stoppen. Den Fuß auf der Bremse hat jedoch nur einer: der Trainer selbst. Mit einem klaren Bekenntnis zu Borussia über das Saisonende hinaus würde Lucien Favre ein Zeichen setzen, das Signalwirkung hat. Er, der Architekt des Mönchengladbacher Erfolgs und nicht nur für Sportdirektor Max Eberl der "wichtigste Mosaikstein" des Borussia-Gebildes, würde mit einer Treueerklärung deutlich machen: "Hier bricht nichts auseinander, wir bauen etwas Neues auf." Der Name Lucien Favre wäre, dank seiner hervorragenden Arbeit in den vergangenen zwölf Monaten, ein gewichtiges Argument im Werben um neue und alte Spieler – denn diese wissen, dass der 54-Jährige einer ist, der aus guten Fußballern in kürzester Zeit noch bessere Fußballer machen kann.

Doch Favre zögert, weicht Fragen nach seiner Zukunft aus. Er betont, er wolle nur von Spiel zu Spiel denken, beschränkt die Aussagen zu seiner Person auf das rein Sportliche. Und gleichzeitig gibt es immer wieder diese Spekulationen, die ihn, trotz eines bis 2013 laufenden Vertrages, beim FC Bayern als Nachfolger des zuletzt in der Kritik stehenden Jupp Heynckes sehen. Gerüchte, die auch der Trainer selbst befeuert, indem er betont, dass er sich die Arbeit beim Rekordmeister durchaus zutraue.

Und so setzt sich eine am Ende vielleicht fatale Kettenreaktion in Gang. Warum sollte Dante nicht nach München wechseln, wenn sich nicht einmal der Erfolgstrainer selbst zu Borussia bekennt? Welche Spieler werden noch aus der Überraschungsmannschaft weggepflückt? Es sind Fragen, die den ebenso triumphalen wie überraschenden Saisonverlauf der Mannschaft überschatten, weil sie für Ungewissheit sorgen. Für Sportdirektor Max Eberl sind sie jedoch von existenzieller Bedeutung. Er muss seinen Laden zusammenhalten. Um (fast) jeden Preis.

Quelle: RP


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