Eishockey im Internet
VON ROBERT PETERS - zuletzt aktualisiert: 26.07.2010 - 02:30Die Frankfurt Lions verhökern zurzeit die Einrichtung ihrer Geschäftsstelle bei einer Internet-Versteigerung. Das ist mal geschäftstüchtig. Vielleicht nehmen sich die ehemaligen Kollegen in der Deutschen Eishockey Liga, die Frankfurt aus finanziellen Gründen verlassen hat, daran ein Beispiel.
Erste Kandidaten für die einträgliche Entrümpelung der bald überflüssigen Büros sind Hannover und Kassel. Hannover – ältere Mitbürger werden sich noch erinnern – holte im Frühjahr den Titel und hat nun sicher die besten Chancen, Andenken an Meistertrainer Hans Zach zu Bestpreisen an die Kundschaft zu bringen – den Kugelschreiber, mit dem er seine kühnen Taktikentwürfe aufs Papier warf zum Beispiel, oder das Wutholz, auf dem er immer dann in der Kabine herumgebissen hat, wenn er einen seiner Spieler nicht unmittelbar für einen Fehler züchtigen wollte. Nicht auszuschließen , dass sich das Haus der Geschichte für derlei Nachlass mächtig interessiert.
Unter Umständen sollten die Funktionäre dieser Liga, die ihre aus unerfindlichen Gründen jährlich schrumpfende Anhängerschaft pro Saison mit mindestens 100 garantiert sinnfreien Vorrundenspielen verwöhnt, darüber nachdenken, ob sie nicht mit ihrer gesamten Veranstaltung ins weltumspannende Informationsnetz abwandern wollen. Die virtuelle Aufführung der Meisterschaft würde die Kosten enorm reduzieren, das Verletzungsrisiko extrem einschränken und dem Besucher lästige Wege ersparen.
Und wenn's nach 300 Begegnungen immer noch keinen Meister gibt, kann man den Titel einfach versteigern.
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