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Mönchengladbach: Effenberg will ein Macher sein – wie früher als Spieler

VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 28.04.2011 - 02:30

Mönchengladbach (RP). Das Outfit passte schon zum Berufsbild: Edler grauer Anzug, hellblaues Hemd, gestreifte Krawatte. So kam Stefan Effenberg zu seinem ersten offiziellen Pressegespräch als Manager-Kandidat. Der 42-Jährige will Sportdirektor in Mönchengladbach werden. Effenberg ist der neue Frontmann der Initiative Borussia, der Oppositionsbewegung, die den Fußball-Bundesligisten, der in den 1970er- Jahren fünfmal Meister war, wieder "dahin führen will, wo er hingehört, nach oben", wie Sprecher Norbert Kox sagt.

Effenberg soll nicht nur Manager werden, sondern auch Vorstand der Geschäftsführung. Vor allem aber soll er verantwortlich sein für den Sport und künftige Erfolge. Christian Hochstätter, wie der "Tiger" ein früherer Borusse, arbeitete als Manager, erst in Gladbach, dann in Hannover. Hochstätter und "Effe" haben sich stets viel unterhalten über die Situation ihres Ex-Vereins, der ihnen "sehr am Herzen liegt", wie beide sagen. "Ich finde es toll, dass sich ein Mann mit Stefans Persönlichkeit zu Borussia bekennt und helfen will", sagt Hochstätter, mit Effenberg 1995 Pokalsieger mit Borussia. "Es geht in erster Linie um den Verein und nicht um Personen", sagt Hochstätter.

Bevor Effenberg den Job machen kann, muss die Initiative Borussia bei der Mitgliederversammlung am 29. Mai eine Zweidrittelmehrheit für ihre Anträge auf Satzungsänderungen bekommen. Danach muss das Team um Effenberg auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gewählt werden. Effenberg ist sich indes sicher, dass "wir die Wahl gewinnen". Sollte es so kommen, will Effenberg eine erfolgreichere Zukunft für Borussia planen, ob sie nun absteigt oder nicht. "Wir sind auf alles vorbereitet und wir haben einen guten Plan", versichert der frühere Nationalspieler.

Was Stefan Effenberg in den Job einbringen kann, sind reichhaltige Erfahrungen und beste Kontakte im Fußballgeschäft. "Ich kenne jeden", sagte er bei seiner Vorstellung. Sein Name hat in der Szene einen Klang, auch wenn er als Profi nicht gerade "Everbodys Darling" war. Die Flegeljahre scheinen jedoch vorüber zu sein, als Sky-Experte wirkt er seriös und aufgeräumt. Derzeit erwirbt Effenberg die A- und B-Trainerlizenz, im Sommer macht er die letzten Prüfungen zum Erwerb der Fußballlehrer-Lizenz. Dass er als Spieler ausgeprägte strategische Fähigkeiten und Führungsqualitäten hatte, dürfte ihm als Funktionär helfen. "Ich habe immer einen Plan gehabt. Als Spieler wusste ich, wo der Ball hingehört, und denselben Plan habe ich jetzt auch", sagt der 42-Jährige.

Stefan Effenberg weiß, wie Spiele und Teams funktionieren. Als Profi war er in der Lage, den Rhythmus vorzugeben, ob bei Borussia Mönchengladbach oder beim FC Bayern München, den er 2001 zum Champions-League-Sieg führte. Zudem darf man annehmen, dass Effenberg ein gutes Auge für fußballerische Qualität hat. Allerdings wäre er ein Novize im Job und müsste sich in den Berufsalltag einarbeiten. "Ich habe mich damit schon intensiv beschäftigt", sagt Effenberg aber.

Aus seiner Zeit als Spieler kennt er die Arbeit der Manager Rolf Rüssmann (Gladbach, 2009 verstorben) und Uli Hoeneß (München). Falls die Initiative Borussia an die Macht kommt, würden Effenberg erfahrene Männer aus der Wirtschaft und Sport zur Seite stehen, zudem würde er sich mit Hochstätter und Hoeneß austauschen.

Effenberg will ein "kleines Team" um sich herum aufbauen, in dem er "so viel wie möglich selbst in die Hand nehmen will". Effenberg will ein Macher sein, jetzt aber im Anzug und nicht mehr in kurzen Hosen.

Quelle: RP


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