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Mönchengladbach: Effenberg ist siegessicher

VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 04.05.2011 - 02:30

Mönchengladbach (RP). Die Oppositionsbewegung "Initiative Borussia", die am 29. Mai die Vereinsspitze des fünfmaligen Meisters aus Mönchengladbach stürzen will, hat ihr Personal vorgestellt. Die neue Führungskraft soll Effenberg werden.

Stefan Effenberg steht für den Erfolg, das ist sein Selbstverständnis. Als er gestern den Raum betrat, in dem die "Initiative Borussia" bei einer Pressekonferenz ihr Konzept vorstellte, spreizte er die Finger zum Victory-Zeichen. Effenberg ist angetreten, um Borussia Mönchengladbach zu verändern. Er hat sich der "Initiative" angeschlossen, ist nun der Frontmann. Alle Mikrofone standen vor ihm, diesbezüglich ging Horst Köppel, Präsidentschaftskandidat der Opposition, die Borussias aktuelle Chefetage ablösen und den Verein zu neuen Erfolgen führen will, leer aus.

Vorab gab Martin Schmuck, Sprecher der Initiative, bekannt, dass die Männer, die antreten, eine notarielle Erklärung unterschrieben hätten, keine Vereinsanteile zu veräußern. Das Schriftstück wurde flugs verteilt, in Kopie. Dies, so Effenberg, sei die größte Angst der Fans, was die Initiative angeht. Tatsächlich hatte das Gladbacher Fanprojekt vorab seine Bedenken geäußert. Effenberg will nun die Fans überzeugen. "Ich werde auf die Leute zugehen, uns ist wichtig, was den Fans am Herzen liegt. Wir werden sie überzeugen", sagte der frühere Nationalspieler. Ein konkretes Konzept indes, wie Borussia wieder "zu dem werden soll, was sie war" (Initiative-Mann Norbert Kox), das wollte der "Tiger" noch nicht im Detail preisgeben, gab aber immerhin ein paar Einblicke in seine Pläne. Der Kader soll verkleinert werden, die Jugendarbeit des Klubs, die der DFB gerade mit drei Sternen ausgezeichnet hat, verbessert werden, er selbst, so Effenberg, wolle sich um den Nachwuchs kümmern – und um die ausländischen Spieler: "Sie müssen sich wohl fühlen."

Effenberg hat sich da ein hübsches Arbeitspensum vorgenommen. Denn er selbst soll Vorstand der Geschäftsführung und Sportdirektor werden – nebenbei will er den Fußballlehrer machen und ist Experte beim Bezahl-Sender Sky, Horst Köppel würde Präsident werden und der Mönchengladbacher Diplomkaufmann Georg Hendricks (51) Köppels Vize. Zudem werde es einen Beirat geben, in dem ein Höchstmaß an sportlicher Kompetenz versammelt sein soll. "Sechs bis acht Leute", sagte Norbert Kox. Namen? "Die gibt es erst, wenn wir gewählt sind", sagte Effenberg. Effenberg als Manager, das ist wie "Effe" der Spieler: Der Mann ist total von sich überzeugt, ohne Wenn und Aber. Darum wirkt es zuweilen so, als sei Effenberg das Hauptprogramm der "Initiative". "Unbedingter Wille" sei wichtig, und den habe er, versicherte der "Tiger". Was seinen möglicherweise künftigen Job als Manager angeht, gestand der Ex-Profi: "Da habe ich keine Erfahrung." Aber beste Kontakte. Er werde sich bei Größen der Szene wie Uli Hoeneß, Klaus Allofs oder Rudi Völler Rat holen, sagte er. Derzeit fehle Borussia sportliche Kompetenz, das ist der Hauptvorwurf der "Initiative".

Max Eberl, der aktuelle Manager, arbeite "gut, aber nicht gut genug". Der Kader der Borussen, aktuell 17. der Tabelle, sei gut, müsse aber mit dem Potenzial weiter oben stehen. Und Lucien Favre, der Trainer, sei gut. "Mit ihm werde ich mich als erstes unterhalten, wenn wir die Wahl gewinnen", sagte Effenberg. Dass es am 29. Mai so kommt, wenn die "Initiative" zwei Drittel der Stimmen der anwesenden Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung braucht, um ihre Änderungsanträge für die Satzung durchzukriegen, das setzt Effenberg voraus: "Wenn ich mir nicht sicher wäre, würde ich hier nicht sitzen. Es ist Zeit, etwas zu verändern."

Das Fanprojekt ist kritisch, was Effenbergs Initiative angeht: "Es wird kein Effenberg gewählt. Es wird kein Köppel gewählt. Es wird über einen Umbau hin zur Fremdfinanzierung unseres Vereins abgestimmt." Und vor dem Dorint-Hotel hielten Fans ein Plakat hoch: "Initiative? Nein Danke."

Quelle: RP


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