Diego besiegt Borussia
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 26.02.2011 - 02:30Die 1:2-Niederlage beim VfL Wolfsburg bedeutet für die Gladbacher im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga einen herben Rückschlag. Der Brasilianer Diego entscheidet die Partie mit zwei Treffern fast im Alleingang.
wolfsburg Zehn ordentliche Minuten reichen im Abstiegskampf niemals aus, um ein Spiel zu gewinnen. Genau so lange spielte Borussia Mönchengladbach im Abstiegsduell in Wolfsburg aber nur mit. 80 Minuten indisponiert, zehn Minuten ordentlich – am Ende reichte das nur zu einer letztlich verdienten 1:2-Niederlage des Tabellenletzten beim direkten Abstiegskonkurrenten aus Niedersachsen.
Für den "Gladiatorenkampf" – so hatte Wolfsburgs Trainer Pierre Littbarski das Duell, "in dem nur einer überleben kann", unter der Woche genannt – bot Borussias Trainer Lucien Favre das gleiche Team auf wie noch vor einer Woche gegen Schalke 04. Das hieß, dass der von seiner Sperre zurückgekehrte Angreifer Igor de Camargo zunächst auf der Bank Platz nehmen musste.
Die gegen Schalke noch siegreiche Mannschaft war jedoch von der Dominanz, mit der sie noch vor einer Woche zu Werke ging, weit entfernt. Im Gegenteil. Borussia bot einen kaum zu glaubenden Rückfall in scheinbar längst vergessene Zeiten. Indisponiert trotteten die Gladbacher über weite Strecken hinter ihren Gegenspielern her, verloren in der ersten Hälfte sagenhafte 71 Prozent der Zweikämpfe.
Eigene Spielzüge gab es hingegen kaum bis gar nicht. Überhaupt war das Spiel der Borussia von Fehlern, schlechten Pässen und unglücklichen Aktionen geprägt. Favre reagierte früh, brachte für den erschreckend schwach agierenden Neustädter noch in der ersten Hälfte Thorben Marx ins Spiel.
Zu diesem Zeitpunkt führten die "Wölfe" indes bereits 1:0. Und das völlig verdient. "Das Schlechteste, was man Wolfsburg geben darf, ist Spielfreude – und die haben wir ihnen gegeben", sagte Sportdirektor Max Eberl in der Halbzeitpause. Die Hauptrolle auf Seiten der Wolfsburger übernahm derweil, wie so oft, Spielmacher Diego. Zuerst bestätigte der Brasilianer seinen Ruf als "Elfmetertöter". Nach einem Foul des blass agierenden Juan Arango im Strafraum drosch Diego den Ball in bester Footballer-Manier weit über das Tor.
Technisch deutlich geschickter stellte sich Diego beim Treffer zum 1:0 an: Einen Querpass von Sascha Riether schob der Brasilianer beherrscht gegen die Laufrichtung von Logan Bailly, der erneut das Borussia-Tor hütete, ins lange Eck. Und weil ein Tor ja bekanntlich für Selbstvertrauen sorgt, legte Diego gleich noch einen nach. Einen Freistoß kurz vor dem Halbzeitpfiff zirkelte der Brasilianer über die hellblaue Mauer ins kurze Eck. Ein Nackenschlag für die Borussia – so schien es.
Erst in der Schlussviertelstunde wurde die Partie wieder spannend. Dank eines geschenkten Elfmeters für die Gäste, den Filip Daems genau in die Tormitte platzierte. Gladbach fasste neuen Mut, bekam plötzlich Chancen – und hatte Glück, als das vermeintliche 3:1 durch Simon Kjaer von Schiedsrichter Jochen Drees nicht anerkannt wurde. Es sollte an der Punkteverteilung jedoch nichts mehr ändern: Borussia verlor das nächste Duell gegen einen direkten Konkurrenten. Zehn ordentliche Minuten reichen in der Fußball-Bundesliga eben nicht aus. Weswegen die Gladbacher dem Abstieg durch die neuerliche Niederlage wieder einen Schritt nähergekommen sind.
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