Die Modemacher vom DFB
VON ROBERT PETERS - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 - 02:30Arjen Robben muss die langen Unterhosen seines Opas jetzt zu Hause auftragen. Das haben die obersten Modewächter im Deutschen Fußball-Bund so entschieden. Gut so, denn auf diese Art und Weise wird der Nachwuchs zur geschmackssicheren Wahl des Beinkleides erzogen.
Damit sollten es die stilvollen Herren Funktionäre aber nicht bewenden lassen. Das nächste schöne Arbeitsfeld befindet sich (je nach Fußballer-Typ) rund einen Meter weiter oben. Die deutsche Fußball-Welt erwartet dringend den ultimativen Haar-Appell. Igelige Schöpfungen wie die von Marko Marin gehören ebenso wie die Siebziger-Jahre-Matte von Torsten Frings auf den Index – von Nahkampf-Rasuren wie bei Mladen Petric mal ganz abgesehen.
Wahrscheinlich hat die Operation Kopf-Hygiene in der Frankfurter DFB-Zentrale aber längst begonnen. Denn den Prototypen des oben herum wohlgeformten Athleten der näheren Zukunft gibt es bereits. Er spielt auf Schalke und heißt Kevin Kuranyi. Der hat sich vom wallenden Haupthaar nach Western-Vorbild getrennt und unterstreicht die leistungsfördernden Faktoren der schnittigen Frisur durch Tore, Tore, Tore.
Jetzt muss er nur noch den Hip-Hop-Bart fällen und eine Brille kaufen. Und er sieht vielleicht bald so aus wie Matthias Sammer. Wenn Kuranyi dann noch an geeigneter Stelle verrät, dass er am liebsten WDR 4 und deutsche Schlager hört, Espresso verabscheut und in den Ferien am Bodensee wandert, wird er bestimmt wieder Nationalspieler. Spätestens nach dem Abschied des furchtbar langmähnigen Herrn Löw.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.



