Mönchengladbach: Dante bleibt in Gladbach
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 25.07.2011 - 02:30Mönchengladbach (RP). Der Himmel ist grau. Für einen Brasilianer nicht unbedingt das ideale Wetter. Dante ist das offensichtlich ziemlich egal. Der Verteidiger stürmt auf die Bühne am Borussia-Park und klatscht jeden ab, der auch nur irgendwo in der Nähe steht. Dante hat gute Laune. Und die Fans, die trotz des miesen Wetters zur Saisoneröffnung des Fußball-Bundesligisten gekommen sind, quittieren den Auftritt mit ordentlichem Applaus.
Dante lächelt. Als wäre nie irgendwas gewesen, plaudert der 27-Jährige über Ziele und Aussichten für Borussia in der kommenden Saison. Nur für Borussia. Denn nach einem Gespräch mit Sportdirektor Max Eberl war am Wochenende klar: Dante bleibt. "Ein Wechsel ist kein Thema mehr", sagt der Verteidiger, der doch so gerne international spielen möchte. "Ich werde nun alles dafür tun, damit wir keine Saison wie die vergangene mehr erleben." Dantes Traum vom großen Fußball ist verschoben.
Im letzten Test der Saisonvorbereitung durfte der Abwehrspieler immerhin ein wenig internationale Luft schnuppern. Der Tabellenzehnte der britischen Premier League war zu Gast. Und Dante hielt beim 0:0 gegen den FC Sunderland mit den Abwehrkollegen die Null – genau wie eine Woche zuvor gegen den FC Porto. So richtig schwer wurde es Borussias Hintermannschaft jedoch nicht gemacht. Das Team von der Insel spielte zwar giftig und ruppig, nach vorne ging indes reichlich wenig bei den Briten.
Es war ein müder Kick, den beide Teams vor gut 16 000 Fans im Borussia-Park ablieferten. Ein Test, der als Standortbestimmung kaum taugt. "Wo wir wirklich stehen, weiß ich, ehrlich gesagt, noch nicht", sagt Marco Reus. Sunderland half nur bedingt bei der Findung neuer Erkenntnisse. Borussia spielte ein paar gefällige Kombinationen, vor allem das Zusammenspiel zwischen Reus und Mike Hanke funktioniert. "Das war positiv", sagt Trainer Lucien Favre. "Wir haben uns ein paar Gelegenheiten herausgespielt." Allerdings: Einen Schuss, der tatsächlich auf das gegnerische Tor ging, gab Borussia – wie gegen Porto – nicht ab. Ein Manko, das auch Favre erkannt hat: "Daran werden wir arbeiten."
Der Trainer hat sich früh auf seine Stammelf festgelegt, spielte gegen Porto und Sunderland in identischer Aufstellung. So kristallisieren sich Gewinner und Verlierer der Vorbereitung heraus. Lukas Rupp ist eine der Überraschungen. Die Abwesenheit von Juan Arango, der mit Venezuela bei der Copa America Vierter wurde, nutzte Rupp und spielte sich auf der linken Seite ins Team. Mathew Leckie kam als Außenseiter und ist nun erster Einwechselspieler für Favre, der die Spielweise des Australiers mag.
Der Aufstieg Leckies ist gleichbedeutend mit dem Abstieg von Raul Bobadilla – der Stürmer, der diese Saison angreifen wollte, ist für Favre nicht erste Wahl. Und auch Michael Bradley wird es schwer haben. Zuerst wollte er unbedingt weg, jetzt, weil er offenbar keinen Verein findet, der bereit ist, rund 3,5 Millionen Euro an Borussia zu überweisen, nicht mehr. Doch Favre lässt ihn nicht spielen. Klarheit wird es bei ihm wohl erst zum Ende der Transferperiode geben. So bleiben nicht mehr viele Fragen offen. Ist Borussia bereit für den Start? Ist er zufrieden? Favre überlegt kurz. "Es geht", sagt er dann. "Es geht."
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