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Contador setzt die Karriere fort

zuletzt aktualisiert: 08.02.2012 - 02:30

Der spanische Radprofi, der des Dopings schuldig gesprochen worden war, beteuerte gestern seine Unschuld. Er betonte, dass er seine Laufbahn nicht beenden werde. Ab dem 6. August – nach Tour de France und Olympia – darf er wieder Rennen fahren.

Pinto (RP/sid/dpa) Das Rad drehte sich gestern weiter. Weltmeister Mark Cavendish feierte bei der Katar-Rundfahrt seinen ersten Saisonsieg. Der Sprinter aus Großbritannien setzte sich auf der dritten Etappe in Doha vor Tom Boonen durch. Doch es war wie so oft im Radsport: Die Aufmerksamkeit zogen nicht die im Sattel auf sich, sondern die vor den Mikrofonen. Mehr als 20 davon hatten die Sender aufgebaut, als der seit Montag gesperrte spanische Tour-de-France-Sieger Alberto Contador in seinem Heimatort Pinto bei Madrid vor die Presse trat. Neben ihm saß Bjarne Riis, sein Chef bei Saxobank.

Contador (29) will seine Karriere nach seiner Doping-Sperre, also nach dem 5. August dieses Jahres, fortsetzen. "Ich werde zu 100 Prozent weitermachen", sagte der Spanier. Er sprach von "Ungerechtigkeit" und beteuerte, er habe nicht bewusst manipuliert. Er sagte, dass er "echte Qualen" leidet. "Das ist ein richtiges Leiden für meine Familie und besonders für meine Frau. All das geht gegen meine Werte, die ich von Kind an gelernt habe." Riis steht zu "100 Prozent" hinter seinem Fahrer, wie der Däne sagte. Er nannte ihn einen fantastischen Rennfahrer und verglich ihn mit den fünfmaligen Tour-Siegern Eddy Merckx und Bernard Hinault.

Contador war vom Internationalen Sportgerichtshof Cas des Clenbuterol-Dopings für schuldig befunden und bis Anfang August 2012 gesperrt worden. Ihm wurden alle Erfolge seit dem 21. Juli 2010 aberkannt, darunter der Tour-Gesamtsieg 2010 und der Erfolg beim Giro im vergangenen Jahr. Der Rennfahrer hatte das Clenbuterol in seinem Blut stets mit dem Konsum eines verseuchten Kalbsfilets erklärt.

Im Januar 2011 hatte Spaniens Radsportverband seinen Vorzeigeathleten für ein Jahr gesperrt, wenige Wochen später aber zurückgerudert – nachdem sich Regierungschef Jose Luis Zapatero eingeschaltet hatte. Es war nicht der erste Vorgang, der an der Glaubwürdigkeit der Iberer zweifeln lässt. Die Operacion Puerto um den mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes 2006 ist in bester Erinnerung.

Trotz klarer Sachlage wurden die Ermittlungen wiederholt eingestellt mit der Begründung, dass das 2007 in Spanien eingeführte Anti-Doping-Gesetz nicht rückwirkend anwendbar sei. Damals wurden nicht nur Radsportler, auch Leichathleten, Fußballer und Tennisspieler mit dem Fall in Verbindung gebracht. Auch Contador war zu der Zeit in Bedrängnis geraten, doch seine Initialen verschwanden von der Fuentes-Kundenliste.

Die Signale in jüngerer Vergangenheit aus Spanien lassen eine Umkehr nicht erkennen. Ende Oktober 2011 wurde das Anti-Doping-Gesetz aufgeweicht. Spanische Sportler müssen keine nächtlichen Kontrollen mehr befürchten. Ausgelöst hatte den Vorgang der spanische Radverband per Einspruch.

Quelle: RP


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