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"Borussia ist auf einem guten Weg"

zuletzt aktualisiert: 27.08.2011 - 02:30

Interview Der Brasilianer Dante Bonfim Costa Santos, 27, Verteidiger beim Fußball-Bundesligisten aus Mönchengladbach, über den Lernprozess durch den Abstiegskampf, die Arbeit von Trainer Lucien Favre, seine Rolle als Führungsspieler und die Gerüchte, er sei ein guter Tänzer.

Borussia ist Tabellenführer. Wie fühlt sich das an?

Dante Das ist nett, aber nicht wichtig. Es sind erst drei Spiele vorbei, 31 stehen noch aus. Die Tabellenführung bringt uns doch nichts. Wichtig ist, dass wir mit sieben Punkten gut gestartet sind. So können wir mit viel Selbstvertrauen in die nächsten Spiele gehen. Jetzt müssen wir weiter Vollgas geben.

Was hat sich im Vergleich zur Hinrunde der Vorsaison geändert?

Dante Wir haben viel gelernt. Zum Beispiel, dass wir auch gewinnen können, wenn, wie jetzt gegen Wolfsburg, wichtige Spieler ausfallen. Wir haben mehr Stabilität, weil auch die Ersatzspieler voll einbezogen werden in die taktische Arbeit im Training. Jeder weiß immer, was er zu tun hat. Und wir haben einige junge Spieler in der Hinterhand, von denen noch viel zu erwarten ist.

Zum Beispiel?

Dante Mathew Leckie. Er ist gut. Und auch Joshua King. Lukas Rupp hat ja gezeigt, was er kann. Auch Matthias Zimmermann hat Potenzial.

Wie groß ist der Anteil von Lucien Favre am Aufschwung?

Dante Als er gekommen ist, hat er schnell gesehen, wo unsere Probleme lagen. Er hat viel mit uns gesprochen, wir haben viel taktisch gearbeitet. Er hat bis jetzt eine Superarbeit gemacht. Wir müssen alle dafür sorgen, dass es so weitergeht.

Braucht ein Team wie Borussia einen Trainer, der viel spricht und erklärt?

Dante Gerade für die vielen jungen Spieler, die wir haben, ist das wichtig. Man wird ja nicht einfach so besser. Favre gibt uns allen jeden Tag wichtige Hinweise.

Welche Rolle haben Führungsspieler wie Sie in dem Entwicklungsprozess?

Dante Es geht doch darum, wie die Spieler miteinander umgehen. Jeder muss dem anderen helfen. Auch junge Spieler wie Marco Reus oder Marc-André ter Stegen sind schon Leader. Wir sprechen in der Kabine immer wieder über das, was wir tun, wir sprechen Positives und Negatives an. Jeder muss immer offen dafür sein, etwas zu lernen. Darum sind die Videoanalysen, die Lucien Favre macht, sehr wichtig. Er zeigt uns im Detail, was wir besser machen müssen.

Auch Ihnen?

Dante Natürlich! Ich stelle mich nicht hin und sage: Ich bin der Boss. Ich sage immer: Sagt mir, wenn ich was falsch mache. Da ist es mir egal, ob mich da ein 19-Jähriger anschreit, wenn ich einen Gegner im Rücken habe.

Wie gut ist Borussia?

Dante Wir sind auf dem Weg, und er ist noch sehr lang. Entscheidend ist, dass wir immer mit dem Ansatz ins Spiel gehen, gewinnen zu wollen. Das kann nicht immer gelingen, aber der Wille, gewinnen zu wollen, muss da sein. Aus seinen Fehlern muss man lernen, und ich glaube, das haben wir getan. Nehmen wir das Spiel gegen Stuttgart. Wir haben geführt, haben den Ausgleich bekommen, dann den Platzverweis. Vergangene Saison hätten wir das Spiel verloren. Jetzt haben wir 1:1 gespielt. Wie gut wir sind, kann man noch nicht sagen. Wichtig ist, dass wir auf dem Boden bleiben.

Kann Borussia ein hohes Level wie gegen Wolfsburg halten? Kann sie Meister werden?

Dante Schwer zu sagen. Wir sollten einfach weiter arbeiten, von Spiel zu Spiel schauen und sehen, was herauskommt. Unser Ziel sind 40 Punkte – so schnell wie möglich.

Sie wollten weg. Spielen Sie nun bald mit Gladbach international?

Dante Darum geht es nicht. Ich will möglichst viel erreichen, immer. Ich habe gesagt, ich will international spielen. Dass kein Verein den Preis, den Borussia aufgerufen hat, zahlen wollte, ist eben so. Aber es ehrt mich, dass ich so viel wert bin. Das zeigt, dass ich gute Arbeit mache. Ich bin nicht frustriert, weil ich hier bin. Ich war genervt, weil der Weg lange unklar war.

Was ist auf Schalke möglich?

Dante Wir müssen auch in diesem Spiel als Einheit auftreten, dann können wir etwas erreichen. Ich persönlich freue mich immer, wenn ich gegen Topstürmer wie Raúl oder Huntelaar spielen kann. Das ist für mich eine Herausforderung.

Sie sollen ein guter Tänzer sein...

Dante Wer sagt das? Nein, bin ich nicht. Ich mache gern Musik. Oscar Wendt kann gut tanzen, und Raúl Bobadilla. Wir haben oft Spaß in der Kabine. Aber auf dem Platz muss man natürlich 100 Prozent konzentriert sein. Ich selbst bin da total aggressiv, sonst bin ich ein ruhiger Typ.

Karsten Kellermann und André Schahidi führten das Gespräch.

Quelle: RP


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