„König Arthur“ bläst zum Sturm
zuletzt aktualisiert: 10.11.2008Bamberg. Beim sonntäglichen Brunch mit guten Freunden aus seiner Bamberger Zeit blies der alte und neue Champion zum Sturm. „Mir geht es um die Ehre, ich boxe gegen Felix auch ohne Geld, das Duell kann kommen. Wir müssen doch feststellen, wer der beste deutsche Mittelgewichtler ist“, lockte IBF-Weltmeister Arthur Abraham den Leverkusener Felix Sturm, Titelträger der WBA. Die sportlichen Voraussetzungen dafür hatte der 28-jährige Abraham vor 6000 Zuschauern am Abend zuvor souverän erfüllt. Herausforderer Raul Marquez (USA) war kein echter Prüfstein für den Wahl-Berliner, in der Pause zur siebten Runde gab der Ex-Weltmeister aus Houston aus Angst vor einem bevorstehenden Knockout lieber auf und beendete seine Karriere gleich mit.
Abraham quittierte diese Entscheidung mit einem verständnislosen Schulterzucken. „Diese frühe Aufgabe war schade, denn ich wollte ab der siebten Runde so richtig Gas geben“, sagte der gebürtige Armenier, dessen angeblichen Gagenverzicht bei einer Titelvereinigung gegen Sturm aber selbst sein eigener Promoter nicht so recht ernst nahm. Wilfried Sauerland: „Sturm fordert drei Millionen, also muss Arthur ebenfalls drei Millionen bekommen.“ Summen, die in Deutschland - und nur dort interessiert dieser WM-Kampf - nicht zu refinanzieren sind, zumal Abraham das ARD-Zugpferd ist und Sturm im ZDF boxt.
Auch Sturm-Manager Klaus-Peter Kohl sieht noch eine Menge Stolpersteine. „Es wäre ein Traumkampf, aber er ist sehr schwer zu machen“, erklärte der Universum-Boss. Zudem schließt sich allmählich das Zeitfenster für diesen Vergleich, denn Abraham wird das Mittelgewicht nicht mehr lange bringen können und wollen. Vor dem Marquez-Fight musste der Schützling von Trainer Ulli Wegner fünf Kilo abkochen, um unter dem Limit zu bleiben.
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