Düsseldorf: Augsburg – Erfolg dank Luhukay
VON JAN WIEFELS - zuletzt aktualisiert: 20.04.2011 - 02:30Düsseldorf (RP). Für Spiele, bei denen es am Saisonende um nichts mehr geht, hat der Fan einen Namen: Es sind die Partien um die "goldene Ananas", bei denen sich die Mannschaften allenfalls noch um Punktezahl und Tordifferenz, nicht aber um einen wichtigen Tabellenplatz streiten. Beim FC Augsburg fiebern die Anhänger genau einer solchen Begegnung entgegen. Am letzten Spieltag der Zweiten Liga gastieren die bayrischen Schwaben bei Hertha BSC. Schon jetzt wollen 75 000 Zuschauer das Spiel Erster gegen den Zeiten sehen – das Olympiastadion ist seit gestern ausverkauft.
Dass sich am 15. Mai in Berlin die beiden Aufsteiger in die Bundesliga gegenüberstehen, daran zweifeln nach dem 1:0 der Augsburger gegen den Karlsruher SC nur noch die Wenigsten. Nach dem Tor von Tobias Werner (28.) hat der Verein vier Spieltage vor Saisonende sechs Punkte Vorsprung auf den Dritten VfL Bochum. "Ich bin überzeugt von meiner Mannschaft, und wir haben den Aufstieg immer fester in der eigenen Hand", sagte Augsburgs Trainer Jos Luhukay. Der niederländische Fußballlehrer hat erheblichen Anteil an dem Erfolg der Augsburger, seine Handschrift ist dem Team deutlich anzusehen. Der ehemalige Trainer von Borussia Mönchengladbach lässt seine Mannschaft statt Hurra-Fußball kontrollierte Offensive spielen. Torhüter Simon Jentzsch kassierte auch aufgrund der soliden Abwehrleistung seiner Vorderleute die wenigsten Gegentreffer der Liga (21). In den vergangenen fünf Spielen blieb der Verein ohne Gegentor.
Das "System Luhukay" stützen zahlreiche Weggefährten, die der gebürtige Venloer nach seinem Amtsantritt im April 2009 nach Augsburg holte. Allen voran Stürmer Nando Rafael, mit 13 Treffern aktueller Top-Torschütze des Vereins, den der 47-Jährige aus seiner Gladbacher Zeit kennt. Gleiches gilt für Jan-Ingwer Callsen-Bracker, der seit der Winterpause die Abwehr verstärkt. Bei den Mittelfeldspielern Marcel Ndjeng und Daniel Brinkmann reicht die Verbindung bis zu Luhukays Trainer-Station beim SC Paderborn von 2005 bis 2006 zurück. Der Niederländer wurde indes von Manager Andreas Rettig nach Augsburg geholt – sie arbeiteten bereits beim 1. FC Köln zusammen. In der Domstadt war Luhukay bis 2005 Co-Trainer.
Um den größten Vereinserfolg zu ermöglichen, stellt der sympathisch auftretende Coach das Kollektiv über alles. Das spürten zuletzt Michael Thurk, Daniel Baier und Jonas de Roeck. Weil sie im Training nicht mitzogen, wurden sie suspendiert. Daraufhin gewann Augsburg 5:2 gegen Düsseldorf.
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