Aufwärmen auf französische Art
VON MARTIN BEILS - zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 - 02:30Wir wissen nicht, was Lucien Favre mit den anderthalb Stunden Freizeit anstellt, die er an diesem Wochenende gewonnen hat. Normalerweise schaut sich Borussia Mönchengladbachs Trainer nämlich gern als persönliche Fortbildungsmaßnahme die TV-Aufzeichnungen der Fußballspiele des französischen Klubs FC Lorient an. Mit Lorients Trainer Christian Gourcouff verbindet Favre ein freundschaftliches Verhältnis, fachlich bewegen sie sich auf einer Wellenlänge.
Doch vom FC Lorient gibt es gerade nicht viel zu sehen. Denn nach gerade einmal acht Minuten pfiff Schiedsrichter Benoit Bastien die Partie der Mannschaft aus der Bretagne bei AS Saint-Etienne ab. Er fürchtete um die Gesundheit der Spieler, die über den eisigen Platz rutschten. "Eine richtige Entscheidung", urteilten die Trainer der beiden Mannschaften.
Eine richtige Entscheidung war's auch deshalb, weil dem französischen Fußball damit eine ziemliche Schweinerei erspart blieb. Saint-Etiennes Ersatz-Torhüter Jeremie Janot hatte in der Sporttageszeitung "L'Equipe" vor dem Spieltag ausfürhlich erklärt, welche Maßnahme er gegen die grimmige Kälte ergreifen wollte, falls er zum Einsatz kommen würde. Er trug einen Surfanzug, was sicher keine schlechte Idee war. Aber dann! "15 Minuten vor Spielende pinkelt man in den Anzug und kann dann direkt unter die Dusche gehen", sagte Janot der französischen Sporttageszeitung L'Équipe.
Die Gelbe (!) Karte dürfte dafür mindestens fällig sein.
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