Armstrong fährt für Contador
zuletzt aktualisiert: 21.07.2009 - 02:30Verbier. Vom achten Tour-Triumph hat Lance Armstrong nach der Kapitulation in den Alpen Abschied genommen, doch der siebenmalige Champion sprach am zweiten Ruhetag bereits vom Gegenangriff auf den neuen Spitzenreiter Alberto Contador im nächsten Jahr. "Ich habe nicht die Rennhärte wie in den Jahren 2004 oder 2005, das ist die Realität. Aber wenn ich ein Jahr konstant fahre, kommt sie vielleicht zurück."
Bis dahin muss sich der 37-Jährige wohl oder übel mit der Rolle des loyalen Teamkollegen abfinden. Nach der Niederlage in Verbier, als er 1:35 Minuten hinter seinem wie entfesselt fahrenden Astana-Rivalen ins Ziel kam, nahm der PR-Profi sogleich Abschied von seiner "Politik der kleinen Nadelstiche" gegen Contador. "Alberto angreifen? Nein. Das wäre unfair und gegen die Regeln. Er ist der Stärkste. Ich hatte sieben Mal das Gelbe Trikot. Jetzt kämpfe ich für Alberto", schlug Armstrong nach der Lehrstunde ganz neue Töne an. Als neues Ziel hat Armstrong, der in der Gesamtwertung als Zweiter nur neun Sekunden vor dem Briten Bradley Wiggins liegt, nun den zweiten Platz in Paris ausgerufen.
Der Traum vom achten Triumph ist aufgeschoben, nicht aber aufgehoben. Im Hintergrund bastelt der 37-Jährige bereits an einem neuen Rennstall mit Teamchef Johan Bruyneel für 2010. Gespräche mit zahlungskräftigen Sponsoren laufen auf Hochtouren, immer wieder fallen die Namen des Sportartikelherstellers Nike und Armstrongs Krebsstiftung Livestrong. Ob das ausreicht, um den Tour-Thron zu besteigen, erscheint fraglich. Das Bild vom leidenden Armstrong ging jedenfalls um die ganze Welt.
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