Mönchengladbach: Arango verlängert, Reus ist fit
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 11.02.2012 - 02:30Mönchengladbach (RP). Borussia Mönchengladbachs Mittelfeldspieler aus Venezuela bleibt bis 2014. Das wurde unmittelbar vor dem Bundesliga-Spiel gegen Schalke 04 vereinbart. Torjäger Reus hat seine Adduktorenprobleme überwunden.
Der "Hurrikan der Karibik" wird weiter am Niederrhein wirbeln. Juan Arango, der auf der linken Mittelfeldseite in dieser Spielzeit so viel Gefahr und Gefühl in das Spiel von Borussia Mönchengladbach brachte, verlängerte seinen Vertrag beim Tabellenvierten unmittelbar vor dem Bundesligaspiel gegen Schalke 04 (heute, 18.30 Uhr) – und bleibt bis 2014. "Es waren keine wirklich schwierigen Verhandlungen", betonte Sportdirektor Max Eberl. "Aber Juan ist jetzt 30 Jahre alt, er weiß, dass er einen seiner letzten Verträge unterschreibt. Das braucht seine Weile."
Arango ist im aktuellen Borussia-Gerüst eine große Stütze, und gerade das darf, vergleicht man die Situation mit der vor einem Jahr, durchaus als Überraschung gewertet werden. Heute sagt Trainer Lucien Favre über den Venezolaner, sein linker Fuß gleiche einer Hand, was die Beweglichkeit und die Technik angeht. Vor einem Jahr, mitten in Borussias größter Krisenzeit, trabte Arango lustlos über den Platz. "Dass er in einer schwierigen Phase kein Leader war, ist richtig", sagt Eberl. "Aber da gibt es ja auch die Sprachprobleme. Juan ist keiner wie Berti Vogts oder Rainer Bonhof, die mal eben über den Platz fegen, er will es spielerisch lösen."
Und genau mit diesem Ansatz passt er so gut zur Borussia, die in dieser Saison bislang so für Furore sorgte. Mit einer defensiven Grundordnung und den Geistesblitzen der Offensivabteilung um Juan Arango, Marco Reus (der seine Adduktorenprobleme überwunden hat) und Patrick Herrmann wirbelte die Favre-Mannschaft die Bundesliga gehörig durcheinander.
Auch der heutige Gast im Borussia-Park, der FC Schalke 04, konnte bislang überzeugen. Nur anders als die Gladbacher. Denn die Schalker Defensive hält alles andere als dicht. 25 Tore kassierte "Königsblau" bereits (Mönchengladbach Gladbach zwölf), schoss dafür allerdings auch schon 46. Schalkes Erfolg folgt dem Motto, immer möglichst ein Tor mehr zu schießen als der Gegner. Es ist eine Spielweise, die Borussia entgegenkommt. Denn gegen spielfreudige Mannschaften sieht Gladbach gut aus. Schwächen zeigen die Fohlen gegen Teams, die ähnlich kompakt agieren wie sie selbst.
Als würde die Tabellensituation nicht genug Brisanz bergen, liegt das letzte diskutable Aufeinandertreffen beider Teams noch gar nicht so lange zurück. Im Dezember, kurz vor Weihnachten, gewann Borussia im DFB-Pokal 3:1 gegen Schalke – doch das beherrschende Thema der Partie war der Fußtritt von Jermaine Jones gegen Gladbachs Marco Reus. Eine Runde später erlebt Borussia nach der Schauspieleinlage von Igor de Camargo gegen Berlin den Pokal aus der "Täterperspektive". Doch davon wollen die Verantwortlichen im Borussia-Park nichts wissen. "Ich verstehe nicht, warum ein Opfer bestraft werden sollte", sagte Eberl über seinen Schützling de Camargo. "Igor hat hinterher ein bisschen viel Theatralik draus gemacht. Aber letztlich ist er attackiert worden." Bilder belegen angeblich, dass ihm Gegenspieler Hubnik auf den Fuß getreten ist, bevor de Camargo den sterbenden Schwan markierte.
Glücklicherweise kann heute im Borussia-Park über Sportliches geredet werden: Jones ist gesperrt – und de Camargo sitzt (zunächst) nur auf der Gladbacher Bank.
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