: 2:2 – HSV bremst Schalke
VON FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 22.03.2010 - 02:30Die Mannschaft von Trainer Felix Magath hätte die Spitze übernehmen können. Doch nach der 2:1-Führung musste sie noch einen Gegentreffer durch Jonathan Pitroipa hinnehmen. Jetzt liegt sie einen Punkt hinter dem FC Bayern.
HAMBURG Nach den Niederlagen der großen Rivalen Bayern München und Bayer Leverkusen am Vortag hätte Schalke 04 den großen Coup landen können mit dem Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga. Und als Ivan Rakitic in der 68. Minute mit einem von Ruud van Nistelrooy durch ein Foul an Alexander Baumjohann verschuldeten Elfmeter die 2:1-Führung erzielte, schien die Mannschaft von Trainer Felix Magath dem Ziel tatsächlich schon sehr nah. Am Ende reichte es für den Tabellenzweiten aber nur zu einem 2:2-Unentschieden. Dennoch war Felix Magath zufrieden. Ärgerlich sei das Ergebnis nicht, versicherte der Schalker Trainer, "weil wir nicht irgendwo, sondern beim HSV gespielt haben, und ich bin sicher, dass der HSV in diesem Jahr wieder einen Platz für einen europäischen Wettbewerb belegen wird". Der 56-Jahre alte Meister der Gelassenheit fügte hinzu: "Ich nehme es immer, wie es kommt. Auch mit einer Niederlage hätte ich leben können."
Die Diskussionen um Deutschlands mittlerweile gar nicht mehr ganz so junge Generation der Nationaltorhüter – sie ebben in diesen Tagen nicht ab. Den Fehlern des Leverkuseners René Adler in den Wochen zuvor folgte nun ein Patzer des Kollegen Manuel Neuer. Der Schalker ließ den Ball kurz vor der Pause nach einem harten Freistoß von Piotr Trochowski so unglücklich nach vorn abprallen, dass er Ruud van Nistelrooy damit förmlich zum Führungstreffer des HSV im Nachsetzen einlud. Und auch beim Hamburger Ausgleich zum 2:2, den Jonathan Pitroipa nach einer Hereingabe von Trochowski erzielte, machte der 23 Jahre Schlussmann keine sehr glückliche Figur.
"Natürlich sieht der Torhüter da immer unglücklich aus", kommentierte Magath den missglückten Abwehrversuch Neuers vor dem 0:1. "Aber wir wissen, dass die Bälle flattern, dass alle Torhüter Schwierigkeiten haben mit solchen Schüssen." Mit Klasseleistungen hat Neuer in dieser Saison freilich auch Spiele aus dem Feuer gerissen und seiner Mannschaft schon so manchen Punkt gerettet auf ihrem überraschenden Weg zum zweiten Tabellenplatz – wie auch Kevin Kuranyi mit seinen Toren. Auf den Stürmer war erneut Verlass. Allerdings profitierte er bei seinem 15. Saisontreffer vom Unvermögen David Rozehnals, der den Ball nach einer Flanke von Alexander Baumjohann unglücklich mit dem Kopf zu Kuranyi verlängerte.
Baumjohannzeigte nach der Einwechslung zur zweiten Halbzeit seine bisher beste Leistung in der Rückrunde. "Für mich ein ganz klarer Elfmeter", kommentierte er die Strafstoßentscheidung nach dem missglückten Abwehrversuch van Nistelrooys. Nur knapp verpasste der frühere Mönchengladbacher einen eigenen Torerfolg und so den Schalker Siegtreffer. Mit einem 25-Meter-Schuss traf er die Latte des HSV-Gehäuses. Baumjohann sorgte ebenso wie Stürmer Edu nach der Pause für eine Belebung des Schalker Spiels.
Dass Ivan Rakitic beim Stande von 1:1 zur Tat Schritt, um den Strafstoß auszuführen, war nicht im Sinne des Trainers. "Ich hatte da kein sicheres Gefühl", gestand Magath, "denn Ivan war mir heute nicht so kernig wie in den letzten Spielen." Der junge Kroate behielt die Nerven und verwandelte eiskalt – auch, als der Unparteiische den Schuss wiederholen ließ, da vor dem ersten Versuch einige Akteure in den Strafraum gelaufen waren.
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