kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast

Mönchengladbach: 1998 - Wynhoff rettet Gladbach

VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 12.05.2011 - 02:30

Mönchengladbach (RP). Borussia kann sich mit einem Blick in die Geschichte Mut machen. Vor 13 Jahren schaffte sie am letzten Spieltag durch einen 2:0-Sieg in Wolfsburg die Rettung. Dribbelkönig Wynhoff erzielte ein Tor.

Peter Wynhoff weiß das genaue Datum nicht mehr. Aber er weiß noch, dass es die Saison 1997/98 war, als er sich mit Borussia Mönchengladbach am letzten Spieltag rettete. "Und ich weiß noch, dass es tierisch heiß war. Und dass wir 2:0 gewonnen haben und ich getroffen habe", sagt der frühere Profi. Mit diesem Sieg in Wolfsburg, damals am 9. Mai, schaffte Gladbach den Klassenerhalt auf den letzten Drücker, weil zeitgleich der Karlsruher SC 2:4 in Rostock verlor. Die bessere Tordifferenz bescherte Rang 15, der KSC stieg als 16. ab.

"Natürlich war auch viel Glück dabei, wir hatten es ja nicht mehr selbst in der Hand", sagt Karlheinz Pflipsen, der wie Wynhoff zum Team gehörte. Stefan Effenberg, der aktuell als Oppositionsführer die Klubführung stürzen will, schoss in der 13. Minute das 1:0, Wynhoff traf nach 35 Minuten zum 2:0. Danach war Hoffen und Bangen angesagt. "Wir hatten ein Radio auf der Bank, wir wussten, dass Rostock führt. Die letzten Minuten waren unbeschreiblich", berichtet Wynhoff.

13 Jahre sind vergangen, und Borussia ist in einer vergleichbaren Situation. Sie sollte am Samstag beim Hamburger SV gewinnen, um den direkten Abstieg zu vermeiden. Alles ist möglich: Der Abstieg eben, die Relegation (die es 1998 nicht gab), aber auch die Rettung auf Rang 15. Den kann schon ein Punkt in Hamburg bringen, wenn Wolfsburg (15., 35 Punkte, spielt in Hoffenheim) und Frankfurt (17., 34 Punkte, in Dortmund) verlieren. Wie 1998 darf gerechnet werden.

Wynhoff sieht ohnehin Parallelen zum "Wunder von Wolfsburg". Auch 1998 hatte man die Gladbacher schon abgeschrieben. "Als wir Ostersonntag zu Hause 0:3 gegen Duisburg verloren hatten, dachten wir: Das war es", sagt Wynhoff. Effenberg schluchzte vor der Nordkurve. "Wir sind nachher noch mal rausgegangen zu den Fans, und es war plötzlich eine Riesenstimmung. Das hat uns wieder wachgerüttelt", sagt Wynhoff. Borussia siegte 2:1 in Dortmund, verlor 2:3 in Kaiserslautern, siegte dann aber 5:2 gegen Rostock und schließlich in Wolfsburg. Friedel Rausch, nach Hannes Bongartz und Norbert Meier der dritte Trainer in jener Saison, war der Held. Eine Rolle, die 2011 Lucien Favre, der Michael Frontzeck ablöste, übernehmen könnte.

"Friedel Rausch kannte zwar nur fünf Spieler, aber er hat eine gewisse Lockerheit zurück ins Team gebracht. Das haben wir gebraucht, er war in dieser Situation genau der richtige Trainer", erklärt Wynhoff. Vor dem Finale in Wolfsburg "haben wir nix Besonderes gemacht, wir haben uns vorbereitet wie immer. Wir haben das Selbstvertrauen des Sieges gegen Rostock mitgenommen", erinnert sich der damalige Spieler. Nun fahren die Gladbacher nach drei Siegen in Folge zum wankelmütigen HSV, wie damals gibt es keinen psychologischen Schnickschnack, sondern eine normale Trainingswoche.

In Hamburg machte Gladbach schon einmal den Klassenerhalt klar. Das war 2005, als ein 0:0 am 32. Spieltag alle Sorgen beseitigte. Trainer war damals Horst Köppel, der jetzt mit Effenberg den Verein personell und strukturell ummodeln will. Ein 0:0 könnte diesmal im Abstiegs-Dreikampf mit Frankfurt und Wolfsburg reichen – wenn, wie 1998, die Konkurrenten mitspielen. "Wir schauen aber erst mal nur auf uns. Wir wollen gewinnen. Danach schauen wir auf die Tabelle", betont Mittelfeldspieler Havard Nordtveit.

"Wenn Borussia es schafft, sich zu retten, wäre das eine Riesengeschichte", glaubt Wynhoff. Auch wenn er das Datum nicht mehr im Kopf hatte, das Gefühl, als alles vorbei war an diesem 9. Mai 1998, "das war unglaublich". Allerdings sei nichts weiter passiert, als den Abstieg zu vermeiden, das "ist ja an sich keine Sensationsleistung". Drei Jahre zuvor hatte er mit Borussia den DFB-Pokal gewonnen. "Und einen Titel zu gewinnen, ist noch mal was ganz anderes."

Quelle: RP


Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.

 
 
Artikel der Rubrik Sport
 
 
Links zu diesem Artikel
 
Anzeige

 
Grünwalder Stadion: Bombe gefunden
Grünwalder Stadion: Bombe gefunden
Das Grünwalder Stadion hatte jahrzehntelang ..
mehr 
Fortuna gegen Hertha vor dem Bundesgericht
Fortuna gegen Hertha vor dem Bundesgericht
Sehen Sie die Bilder von der Verhandlung am DFB-Bundesgericht.
mehr 
Das ist Shinji Kagawa
Das ist Shinji Kagawa
Shinji Kagawa ist das neue Juwel des Bundesligisten Borussia Dortmund. ..
mehr 

Düsseldorf und Hertha vor DFB-Bundesgericht

Herthas Co-Trainer: "Wir waren fassungslos"

In diesen Stunden entscheidet das DFB-Bundesgericht über Herthas Protest gegen die Wertung des Relegations-Skandalspiels in Düsseldorf. Beide Seiten sind mit überraschend vielen Zeugen angereist. Die Vernehmungen laufen. Von Falk Janning und Stephan Seeger  mehr

 

Champions-League-Playoffs

Diese Teams drohen Borussia

Auf dem Weg zum großen Traum von der Champions League muss Borussia Mönchengladbach noch eine Hürde nehmen: die Playoffs. Die möglichen Gegner des Bundesliga-Vierten stehen nun fest. mehr

 
 
 

Schwimm-EM

Poewe holt Bronze

 
 
 

Vertrag wird nicht verlängert

Zidan in Mainz vor dem Aus

Auf einen Blick
Top-Services